Miteinander reden, miteinander leben

Liebe Aktive in der Flüchtlingsarbeit,

in den vergangenen Tagen ist unser Land erschüttert worden von Gewalttaten, die uns im Innersten getroffen haben. Wir alle sind aufgewühlt von den Schreckensmeldungen aus Reutlingen, Würzburg, Ansbach, München und auch Nizza. In allen Fällen kamen die Täter aus dem Kreis jener Menschen, denen derzeit unsere große Fürsorge gilt. Dass auch Flüchtlinge in Deutschland und anderswo solch furchtbare Taten begehen, hat Ängste, Verunsicherung und teilweise auch Ablehnung ausgelöst. Ein immer größerer Teil der Bürgerinnen und Bürger, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, macht sich im Sog der Ereignisse zwischenzeitlich große Sorgen um Zuwanderung und Integration.

Besonders betroffen sind die zahlreichen Ehrenamtlichen im ganzen Land, die sich leidenschaftlich und aus Überzeugung in der Flüchtlingshilfe engagieren. Auch ihr Gefühl, das Richtige zu tun und sich für eine gute Sache einzusetzen, ist nun vielleicht erschüttert worden. Aber es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, den bisherigen Weg fortzusetzen. Auch viele Flüchtlinge selbst leiden unter den jüngsten Nachrichten, auch sie haben Angst, auch sie sind verunsichert. Es stimmt: Einige wenige von ihnen sind zu Tätern geworden, die allermeisten aber sind Opfer, die unsere Hilfe dankbar annehmen. Was also können wir tun in Zeiten wie diesen? Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat zum Weitermachen aufgerufen. Als Ihre Staatsrätin schließe ich mich dem an und denke, dass es darauf ankommt, nicht im Erschrecken stehenzubleiben, sondern an dem Ort, an dem man lebt und wirkt, den man kennt und liebt exemplarisch zu arbeiten. Wir wollen Sie dabei nach Kräften unterstützen und auch beim Austausch über die momentane Verunsicherung begleiten. Um miteinander zu leben, muss man miteinander reden, muss sich aufeinander einlassen, sich kennenlernen, sich gegenseitig respektieren. Mit Ihrem Engagement leisten sie einen unermesslichen Beitrag für die Gesellschaft. Und Sie geben dem Land Baden-Württemberg und dem Gebot der Menschlichkeit damit ein Gesicht.

Ihre Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung

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