Auf der Flucht: Melchinger Winterreise neu erzählt

Foto: Theater Lindenhof

Der Theaterspaziergang, bei dem sich die Zuschauer durch die Winterlandschaft der Schwäbischen Alb bewegen, wurde erstmals vor 20 Jahren aufgeführt. In einer Zeit, in der Fluchtbewegungen und Vertreibung aus der Heimat die Weltpolitik bestimmen, nimmt das Theater Lindenhof das Stück von Peter Härtling wieder auf. Und erzählt es neu. Anfang Dezember hat die Winterreise Premiere gefeiert.

So unterschiedlich die Gründe für Vertreibung und Flucht sind, so sehr ähneln sich die Erfahrungen, die Menschen dabei machen. Der Verlust der Heimat ist immer schmerzhaft, ein Neuanfang nie einfach. Das war in allen Fluchtgeschichten zu hören, die in den vergangenen Wochen in drei Fellbacher Altenhilfeeinrichtungen erzählt worden sind. Zu Gast im Erzählcafé waren dabei einerseits Seniorinnen und Senioren, die während des Zweiten Weltkriegs oder nach Kriegsende aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Aber auch Menschen, die aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise nach Fellbach gekommen sind oder deren Fluchterfahrung bereits einige Jahre zurückliegt, haben in der gut besuchten Veranstaltungsreihe „An(ge)kommen in Fellbach“ von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichtet. Unter anderem auch davon, dass es trotz aller Schwierigkeiten möglich ist, gut anzukommen in der neuen Gesellschaft.
 
Zum Abschluss der Reihe werden nun die Porträts jener verschiedenen Menschen gezeigt, die durch ihre Fluchterfahrungen verbunden sind. Die Ausstellung wird von der Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull am 10. Mai um 17 Uhr im Fellbacher Rathaus mit einem Grußwort eröffnet und ist bis zum 18. Juni zu sehen. Veranstalter ist die Stadt Fellbach in Kooperation mit dem Forum der Kulturen, der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und dem Fellbacher Verein Ndwenga. Gefördert wird die Reihe vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.