Fit durch Fortbildungen

Die Landessportbünde und anderen Dachorganisationen in Baden-Württemberg haben verschiedene Aus- und Fortbildungsangebote entwickelt, um Ehrenamtliche im Bereich „Sport mit Geflüchteten“ zu schulen. Im Herbst 2016 wurden die Kurse und Seminare erstmals angeboten, für dieses Jahr wurden sie noch einmal inhaltlich überarbeitet und angepasst.

Für Sportvereine, die sich bereits im Bereich „Sport mit Geflüchteten“ engagieren oder es in Zukunft vorhaben, gibt es verschiedene Möglichkeit, ihre Ehrenamtlichen kostenlos fortzubilden. Dieses Angebot soll es den freiwilligen Helferinnen und Helfern ermöglichen, Unsicherheiten abzubauen, Antworten auf offene Frage zu bekommen und im Austausch mit anderen Vereinen wertvolle Tipps für die Umsetzung zu erhalten. So haben sich im vergangenen Jahr etwa die Teilnehmer des zweitägigen Seminars „Sportpraxis mit Geflüchteten“ vor allem mit der Wahrnehmung und dem Umgang mit verschiedenen Kulturen und Sprachen auseinandergesetzt. Wie bringt man diese in einer Sporteinheit/Kursstunde unter einen Hut? Was genau ist Diskriminierung? Und wie kann man auch nonverbal gut kommunizieren? Dass es auf diese Fragen nicht immer leichte Antworten gibt, stellte sich schnell heraus. Zudem war der Fußballtrainer Munya Chonyera aus Simbabwe zu Gast im Seminar. Er kam vor zehn Jahren nach Deutschland und konnte den Teilnehmenden aus eigener Erfahrung berichten, wie sich Geflüchtete im Training eines deutschen Sportvereins fühlen und wie es leichter gemacht werden könnte. Außerdem stellte er sein Integrationsprojekt vor, das er bei der TG Kirchheim auf die Beine gestellt hat.

Eine eher organisatorische Sicht hatten dagegen die Teilnehmer der zweitägigen Fortbildung „Vereinsarbeit mit Geflüchteten“ Ende Oktober an der Landessportschule Ruit eingenommen. Anhand von verschiedenen Beispielen entwickelten sie Ideen, wie sie passende Sportangebote in ihr Vereinsrepertoire aufnehmen und wie sie Geflüchtete einladen können, diese Angebote auch zu nutzen. Von der Kontaktaufnahme über Versicherungsfragen bis zum Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurde eine große Bandbreite an Themen diskutiert.

An der Ausbildung zum SportAssistenten nahmen im vergangenen Jahr nicht nur Vereinsvertreter teil, sondern auch Geflüchtete aus Afghanistan, Gambia, Iran, Syrien und Tunesien. Neben der Vermittlung von sportpraktischen Trainingsgrundlagen zu Sportspielen, Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Teamspielen stand daher auch das Kennenlernen der Strukturen des deutschen Sport- und Vereinssystems sowie wichtige Wörter aus der Sportsprache auf dem Programm. Informationen zu Pflichten und Verantwortung von Trainern und Übungsleitern wurden ebenfalls behandelt, denn nach ihrer Ausbildung sollen die Teilnehmer selbst kleine Sportgruppen anleiten oder als Co-Trainer betreuen können. Dank der bunten Mischung von Nationen wurde während der Fortbildung Vielfalt nicht nur theoretisch vermittelt, sondern gelebt. Das ließ die Seminarteilnehmenden schnell zu einem echten interkulturellen Kompetenzteam zusammenwachsen.