Erster Ombudsmann seiner Art wird verabschiedet

Foto: Markus Heffner

Nach zwei bewegten Jahren übergibt Karl-Heinz Wolfsturm sein Amt als bundesweit erster Ombudsmann für die Flüchtlingsaufnahme. Kurz vor seinem Abschied Ende Juli hat der ehemalige Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen ein Abschlussgespräch mit Staatsrätin Gisela Erler geführt, die ihm für sein Engagement und seine gute Arbeit in den vergangenen zwei Jahren gedankt hat.

„Mit Feingefühl, Objektivität und Empathie widmete sich Karl-Heinz Wolfsturm den vielen Einzelfällen. Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge lagen ihm am Herz, alleinreisende Frauen, Flüchtlinge mit Behinderung“, sagte Ministerialdirektor Julian Würtenberger, der Amtschef des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration. Anlass war die Verabschiedung von Karl-Heinz Wolfsturm als Ombudsperson für die Flüchtlingserstaufnahme in Baden-Württemberg.

Im ganzen Land unterwegs

„Karl-Heinz Wolfsturm hat das neu geschaffene Amt, das erste seiner Art in Deutschland, mit Leben erfüllt. Er analysierte Sachverhalte objektiv und unterbreitete pragmatische Vorschläge zur Verbesserung. Dabei ist es ihm gelungen, seine vielseitigen beruflichen Erfahrungen und Vernetzungen optimal einzusetzen“, so Würtenberger: „Er besuchte regelmäßig die Erstaufnahmen des Landes, um sich ein persönliches Bild zu verschaffen und mit den Menschen direkt in Kontakt zu treten. Er nahm Beschwerden und Anregungen auf; es ging ihm darum, Probleme in der Flüchtlingserstaufnahme frühzeitig zu erkennen und Lösungen anzubieten.“

Sorgen und Ängste der Bürger ernst genommen

Würtenberger betonte, dass Wolfsturm die Sorgen und Ängste der Bürger ernstnahm, das Gespräch bei Bürgerveranstaltungen suchte und sich bei Bürgerdialogen als Gesprächspartner einbrachte. Auch bei Fachveranstaltungen war er regelmäßig mit Redebeiträgen willkommen, um seine Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit zu teilen. Bei Anliegen aus der Nachbarschaft von Erstaufnahmeunterkünften vermittelte er zwischen den Parteien und erarbeitete mit allen Beteiligten pragmatische Lösungen. „Bei seiner Tätigkeit als Ombudsmann wurde Karl-Heinz Wolfsturm tatkräftig von den Ansprechpersonen bei den Regierungspräsidien unterstützt“, so Würtenberger.

Der Nachfolger wird zeitnah benannt

Karl-Heinz Wolfsturm wurde 1953 geboren. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt am Bodensee. Bis zu seinem Ruhestand im Februar 2014 hat er als Polizist in verschiedenen Bereichen gearbeitet, zuletzt als Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen. Im August 2015 wurde er zur Ombudsperson für die Flüchtlingserstaufnahme im Land Baden-Württemberg berufen. Unterstützt wurde er in seiner Arbeit von einer Geschäftsstelle mit zwei Mitarbeitern. Die Ombudsperson für die Flüchtlingserstaufnahme wird für zwei Jahre bestellt, so dass die Amtszeit von Karl-Heinz Wolfsturm zum 31. Juli 2017 endet. Ein Nachfolger im Amt wird zeitnah benannt.

Die Staatsrätin dankt für das Engagement

Vor seinem Abschied hat Wolfsturm noch ein Gespräch mit der Staatsrätin Gisela Erler geführt, die ihm für sein Engagement und seine gute Arbeit in den vergangenen zwei Jahren gedankt hat. „Sie haben Pionierarbeit geleistet und einen weiteren Baustein für das Fundament der Integration in Baden-Württemberg gesetzt. Das Zusammenleben verschiedener Nationen auf engstem Raum verläuft nicht immer konfliktfrei, mit großem Einfühlungsvermögen und diplomatischem Geschick haben Sie vermittelt und vielen Menschen in Not geholfen. Dafür möchte ich Ihnen meinen Dank aussprechen", so Gisela Erler. Gleichzeitig hat Karl-Heinz Wolfsturm bei dieser Gelegenheit Bilanz gezogen und erzählt, was gut gelaufen ist, welche Erfahrungen er als bundesweit erster Ombudsmann für die Flüchtlingsaufnahme gemacht hat und wo es aus seiner Sicht künftig noch Handlungsbedarf gibt. Der abschließende Tätigkeitsbericht folgt nach dem Ende der zweijährigen Amtszeit im August.

Zum Tätigkeitsbericht  vom August 2016.