Stipendien der Baden-Württemberg Stiftung sind gefragt

Foto: Baden-Württemberg Stiftung

Das neue Stipendienprogramm „Berufliche Anerkennung in Baden-Württemberg" hat großen Zuspruch gefunden. Knapp zwei Monate nach Programmstart werden bereits knapp 20 qualifizierte Flüchtlinge und Migranten unterstützt, täglich gehen weitere Förderanträge ein. Sozial- und Integrationsminister Lucha begrüßt die Initiative und sieht hier ein Signal an den Bund.

Das neue Programm der Baden-Württemberg Stiftung hilft qualifizierten Fachkräften auf unbürokratische Weise zur vollen Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Studien- und Berufsabschlüsse. Am 20. Juli wurde das Programm gestartet, bereits  vier Wochen später erhielt der erste Stipendiat, ein Ingenieur aus dem Iran, seine volle berufliche Anerkennung. Durch einen Einmalzuschuss für die Anerkennung seines akademischen Titels ergeben sich nun ganz neue berufliche Perspektiven für den Stuttgarter.

Hilfe schnell und unbürokratisch

Insgesamt beziehen derzeit 17 ausländische Mitbürger aus Syrien, dem Kosovo, Russland und anderen Ländern finanzielle Hilfe in Form einer Einmalzahlung oder eines monatlichen Stipendiums. Sie leben zum Teil schon seit Jahren in Baden-Württemberg, zum Teil sind sie erst vor kurzem als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Allen gemeinsam ist der Wunsch, in der neuen Heimat anzukommen und möglichst schnell finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Hohe Kosten für die Besorgung oder Übersetzung von Zeugnissen, aber auch unzureichende Deutschkenntnisse oder fehlende Berufspraktika sind einige der Gründe, weshalb viele Migranten hierzulande in einfachen Jobs arbeiten, für die sie überqualifiziert sind. Hier setzt das Programm der Baden-Württemberg Stiftung mit finanzieller Unterstützung an.

„Wir setzen auf das Potenzial und die Kompetenz der Menschen mit Migrationsgeschichte im Land. Das Stipendienprogramm, das die Baden-Württemberg Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Land entwickelt hat, hilft qualifizierten Migrantinnen und Migranten, auf dem Arbeitsmarkt im Südwesten in ihrem erlernten Beruf Fuß zu fassen. Damit eröffnen wir Chancen – für Menschen und Unternehmen gleichermaßen. Baden-Württemberg hat hier unter den Flächenländern eine integrationspolitische Vorreiterrolle. Ich sehe diese gut anlaufende Initiative auch als Signal an den Bund, hier deutschlandweit endlich den Handlungsbedarf anzuerkennen“, sagt Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

Bedarf sehr individuell

Während ein Ingenieur aus dem Iran oder ein Arzt aus Syrien jeweils nur einen Einmalzuschuss für die Anerkennung ihrer akademischen Titel benötigten, gibt es auch Menschen wie die in Konstanz lebende Sozialarbeiterin aus Russland, die erst einen Anpassungslehrgang und ein einjähriges Praktikum absolvieren muss, um in Deutschland in ihrem Beruf arbeiten zu dürfen. Auch ihre Deutschkenntnisse reichen noch nicht aus. Sie erhält im Rahmen des Stipendiums monatliche Zuschüsse zu Lebensunterhalt und Fahrtkosten sowie zu den Sprachkursgebühren. „Beim Fördervolumen von zwei Millionen Euro, das die Stiftung insgesamt in das Stipendienprogramm investiert, kann in den kommenden Jahren noch vielen Menschen auf diese Art und Weise zur Anerkennung ihres Abschlusses verholfen werden“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Bunter Nationalitäten-Mix

Mit vier Stipendiaten sind Syrer momentan am stärksten vertreten, aber auch Iraner, Kosovaren und andere Nationalitäten nehmen die Fördermöglichkeit in Anspruch. Die Verteilung der Geschlechter geht zwar zugunsten der Männer, aber immerhin sind derzeit drei der 17 Stipendiaten Frauen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen aus ganz Baden-Württemberg – von Konstanz über Freiburg, Balingen und Stuttgart bis nach Mannheim hat sich das neue Förderprogramm herumgesprochen. Der Projektpartner ikubiz in Mannheim bearbeitet die Anträge schnell und unbürokratisch, damit schon bald die voll anerkannten Ingenieure, Ärzte und andere Qualifizierte eine der zahlreichen offenen Stellen besetzen können.