Förderpreis für interkulturellen Dialog

Foto: Andreas Knapp

Der Stuttgarter Verein Zuflucht Kultur wird von der Pill Mayer Stiftung mit dem Förderpreis für interkulturellen Dialog ausgezeichnet. Die Initiative um die Sopranistin Cornelia Lanz, die bisher unter anderem drei Mozart-Opern mit Flüchtlingen im Ensemble auf die Bühne gebracht hat, konnte sich dabei gegen 50 internationale Bewerber durchsetzen.

Mit ihrem Förderpreis für interkulturellen Dialog würdigt die Pill Mayer Stiftung aus Wolfegg im Allgäu beispielhafte interkulturelle Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche, die ideenreich Brücken zwischen den Kulturen bauen. Am 1. Oktober 2016 wird der Preis in Höhe von 1.000 Euro zum zweiten Mal verliehen – diesmal an den Stuttgarter Verein Zuflucht Kultur, der sich gegen 50 internationale Mitbewerber durchsetzen konnte. Gegründet im Herbst 2014, hat es der Verein Zuflucht Kultur vor allem durch die politisch-sozialen Auftritte des Chors Zuflucht und die außergewöhnlichen Produktionen von bisher drei Mozart-Opern zu bundesweiter Bekanntheit gebracht. Bei den Inszenierungen stehen Flüchtlinge und geflüchtete Künstler gleichberechtigt neben professionellen Sängern und dem Orchester auf der Bühne. An den Produktionen wirken junge Asylsuchende aus Afghanistan, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, Syrien und anderen Ländern mit. Erst Anfang Juli feierte Idomeneo in Kooperation mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen eine viel beachtete Premiere.

Bei den Machern ist die Freude über den Preis groß. Dazu Cornelia Lanz, die Künstlerische Leiterin und Vorstandsmitglied von Zuflucht Kultur: „Durch seinen Auftritt hat unser Chor Zuflucht entscheidend dazu beigetragen, dass die ZDF-Sendung Die Anstalt zwei wichtige Auszeichnungen bekam: den Grimme-Preis 2015 sowie den Marler Medienpreis für Menschenrechte 2015 der deutschen Sektion von Amnesty International. Nun bekommt unser Verein zum ersten Mal direkt einen Preis – von einer Organisation, deren wunderbares Konzept perfekt zu unserer eigenen Arbeit passt. Das ist ein gutes Gefühl und bestätigt uns in unserer Arbeit. Der Zeitpunkt könnte günstiger nicht sein. Denn auch wir spüren, ebenso wie andere engagierte Organisationen, dass die Vorbehalte gegenüber Flüchtlingsprojekten zugenommen haben. Dabei sind genau diese Projekte wichtiger denn je für unsere Gesellschaft.“ Zur Preisverleihung kommt Cornelia Lanz am 1. Oktober mit ihrem internationalen Ensemble nach Wolfegg – um den Preis entgegenzunehmen und den Festakt musikalisch zu begleiten.