Wie eine Kommune kreativ zusammenwächst

Foto: Diakonisches Werk Dienststelle Lahr

Der Jugendmigrationsdienst Lahr veranstaltet seit einem Jahr kreative Workshops für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Im Rahmen des Modellprojekts „Together as One“ haben 150 Teilnehmer aus Syrien, Gambia, Deutschland und anderen Nationen gemeinsam getanzt, gesungen, gemalt, gerappt, fotografiert und eine Geocache-Rallye entworfen. Nun haben sie auf einem Abschlussevent ihre Ergebnisse vorgeführt.

Bunte Pinselstriche ziehen sich über metergroße Leinwände, Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft stehen gemeinsam vor einem Studiomicro, Schüler einer Vorbereitungsklasse und einer Gymnasialklasse brüten über einer Geocacheroute, Körper bewegen sich rhythmisch zur Musik. Unter Anleitung professioneller Künstler und Referenten entstanden in den vergangenen Monaten in Lahr nicht nur Kunstwerke, sondern auch viele neue Freundschaften zwischen jungen Menschen aus Eritrea, Syrien, dem Kosovo, Gambia und deutschen Teilnehmern, die in teils mehrmonatigen Workshops so manches gemeinsam gestaltet haben.

Bei einem großen Abschlussfest haben die Teilnehmer nun ihre vielfältigen und kreativen Arbeiten vorgeführt - „Time to celebrate – our colourful world“ lautet dabei das Motto der Veranstaltung. Um möglichst viele Teilnehmer für das Modellprojekt „Together as One“ zu gewinnen, hatte sich der Jugendmigrationsdienst im Vorfeld der Workshops zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern an alle jungen Menschen aus Lahr und darüber hinaus gewandt. Die Workshops selbst liefen dann parallel zu den Beratungsangeboten der jeweiligen Einrichtung. „Wir helfen jungen Zuwanderern hier ihren Platz zu finden und beraten zum Beispiel zu Themen wie Ausbildung und Beruf. Unerlässlich ist gleichzeitig ihre soziale Integration in die Gesellschaft“, betont Felix Neumann vom Jugendmigrationsdienst, der das Projekt mit seinen Kollegen initiiert hat.

„Das Projekt schlägt Brücken zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft“, betont auch Gaby Moser vom Jugendmigrationsdienst, die gemeinsam mit Felix Neumann das Bundesmodellprojekt JMD2start am Standort Lahr/Ortenau verantwortlich betreut. Das Projekt soll den Dialog zwischen Lahrer Jugendlichen und Geflüchteten fördern und auf diesem weg helfen, Vorurteile abzubauen und deren Anerkennung zu fördern. Einbezogen wurden dabei auch Menschen mit Behinderung, was für Teilnehmer aus anderen Kulturkreisen teilweise eine neue und wertvolle Erfahrung war.

Durch eine Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit im Programm „Junge Flüchtlinge“ konnten die Materialkosten gedeckt und zudem auch professionelle Referenten engagiert werden: Szene 2wei – inklusive Tanzkompanie aus Lahr, Elke Langenbacher vom Kreismedienzentrum Ortenau, die Hobbydesignerin Karin Mattes, der Freiburger Fotograf Fionn Große, die HipHop-Bildungsinitiative Zweierpasch sowie zwei Kunstpädagogen aus dem niedersächsischen Rotenburg, die mit Teilnehmern Zukunftsbilder malten.

Foto: Arita Cimermane, www.aristos-studio.de
Foto: Babette Staiger
Foto: Babette Staiger
Foto: Jugendmigrationsdienst Lahr
Foto: Jugendmigrationsdienst Lahr
Foto: Arita Cimermane, www.aristos-studio.de
Foto: Arita Cimermane, www.aristos-studio.de
Foto: Jugendmigrationsdienst Lahr