Kanzlerin würdigt ehrenamtliches Engagement

Die Bundeskanzlerin hat bei einem Besuch in Heidenheim den ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen und -helfern ihre Anerkennung ausgesprochen - stellvertretend für die vielen Engagierten in ganz Deutschland. Das Ehrenamt sei ein „Gewinn für uns alle, für die ganze Gemeinschaft“, so Angela Merkel.

Vor ingesamt 1.200 Ehrenamtlichen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Heidenheim erklärt: „Sie sind so, wie Sie hier sitzen, ein tolles Stück Deutschland! Danke für das, was Sie für andere tun“. Sie hob in ihrer Rede die große Vielfalt des Ehrenamts hervor. „Vom Sportverein über die Altenpflege, den Beistand für sterbende Menschen, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Kirchengemeinden, den Kulturbereich und die Kleiderkammern bis hin zu den Suppenküchen: Alles lastet auf den Schultern der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.“

Zudem sei der demografische Wandel deutlich spürbar. Es gebe weniger jüngere und mehr ältere Menschen. Deshalb habe die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode zum Beispiel im Bereich der Pflege einen besonderen Schwerpunkt gesetzt. Merkel dankte allen, die mit älteren Menschen arbeiten - dies stehe stellvertretend für eine menschliche Gesellschaft.

Die Kanzlerin erinnerte auch an die Flüchtlingswelle im Jahr 2015. „Ehrenamtliche zusammen mit Hauptamtlichen haben im ganzen Land dafür Sorge getragen, dass wir diese außergewöhnlich belastende und fordernde Situation bestehen konnten“, so Angela Merkel. „Nun kümmern wir uns sehr viel mehr um die Integration“. Dabei muss laut Merkel unterschieden werden zwischen Flüchtlingen mit und ohne Bleiberecht. Es müsse auch deutlich gemacht werden, dass „die Attraktivität und auch die Menschlichkeit unseres Landes auch auf Regeln beruhen und dass wir natürlich auch auf die Einhaltung dieser Regeln setzen müssen“.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich offen für eine gewisse Belohnung des Ehrenamtes. Denkbar sei etwa, die Arbeit junger Helfer bei der Berechnung des Numerus Clausus für den Zugang zu Studienfächern anzurechnen. Auch regionale Initiativen wie verbilligte Kulturangebote könnten sinnvoll sein, so Merkel. Auf Bundesebene habe man bereits über einen sogenannten Ehrenamtspass nachgedacht. Dies sei wegen der fehlenden Zuständigkeit des Bundes aber schwierig. Für die Förderung des Ehrenamtes sind in Deutschland Länder und Kommunen zuständig. Sie hob bei ihrem Besuch zudem hervor, dass die Stadt Heidenheim eine Koordinierungsstelle für das bürgerschaftliches Engagement betreibt. „Sie trägt den treffenden Namen ,Ich für uns'. Ich glaube, dieser Name macht auch den Kern des Ehrenamts deutlich: Es ist ein wirklicher Gewinn für uns alle, für die Gemeinschaft.“

Ein immer höherer Prozentsatz der Menschen engagiert sich. Je nach Definition des Begriffes engagieren sich laut Bundesregierung bereits heute 44 Prozent der Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Das sind gut zehn Prozent mehr als noch vor fünfzehn Jahren. 50 Prozent derjenigen, die sich noch nicht engagieren, sind dazu prinzipiell bereit. Das ist eine zentrale Botschaft des zweiten Engagementberichts der Bundesregierung.