Neue Leiterin im Flüchtlings-Bundesamt

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat mit Jutta Cordt seit Anfang des Jahres eine neue Leiterin. Zum 1. Februar wird die 53 Jahre alte Juristin auch offiziell Präsidentin der Nürnberger Behörde. Bei ihrem Amtsantritt hat die Nachfolgerin von Frank-Jürgen Weise angekündigt, verstärkt gegen Mehrfachidentitäten und Sozialbetrug vorzugehen.

Die neue Chefin des Flüchtlings-Bundesamtes, Jutta
Cordt, will bei begründeten Zweifeln an der Identität von
Flüchtlingen abgeschlossene Asylverfahren erneut überprüfen. "Man
kann nicht ohne Grund ein Verfahren wieder aufnehmen", betonte Jutta Cordt
bei ihrer Amtseinführung in Nürnberg. Das sei in einem Rechtsstaat nicht
möglich. "Sobald jedoch Anhaltspunkte auf sicherheitsrelevante
Aspekte da sind, werden wir diese Verfahren wieder aufnehmen", so die neue Leiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Wie viele Fälle dies sein könnten, könne sie nicht sagen: "Hier
müssen wir uns auf die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden
verlassen." Zahlreiche Politiker hatten zuletzt eine effektivere
Überprüfung von Asylbewerbern gefordert, etwa um Mehrfachidentitäten
und Sozialbetrug zu verhindern. Der Berliner Attentäter Anis Amri war
in Deutschland mit mindestens 14 verschiedenen Identitäten unterwegs.

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge
sind inzwischen alle Flüchtlinge hierzulande eindeutig anhand
ihrer Fingerabdrücke erfasst und registriert. Die Klärung ihrer
Identität ist eine viel schwierigere Aufgabe und Teil des
Asylverfahrens. (dpa)