Deutschkurse und Praktika für Flüchtlinge

Das Land Baden-Württemberg hat ein neues Programm beschlossen, um Flüchtlingen den frühzeitigen Erwerb der deutschen Sprache und damit den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dafür werden 4,4 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration: je früher sie erlernt wird, desto schneller ist es möglich, in einem fremden Land in ein normales und geregeltes Leben zu finden. Um den Flüchtlingen in Baden-Württemberg ein solches Leben zu ermöglichen, hat die Landesregierung das neue Programm „Chancen gestalten – Wege der Integration in den Arbeitsmarkt öffnen“ beschlossen. Ziel dabei ist, den Zugang zu Sprachkursen zu ermöglichen und damit gleichzeitig auch die Hürden zum Arbeitsmarkt abzubauen.

Das Programm beinhaltet verschiedene Bausteine, die eine individuelle Begleitung möglich machen. So sollen künftig berufliche Qualifikationen, schulische Biografien und vorhandene Sprachkompetenzen bereits während des Aufenthalts in der jeweiligen Landeserstaufnahmeeinrichtung erfasst werden, um die passende Fortbildung zu planen. Die Umsetzung der  einzelnen Maßnahmen wird auf Ebene der Stadt- und Landkreise von Netzwerken gesteuert. Dabei geht es etwa um die Auswahl von Sprachkursen, um die Anerkennung von mitgebrachten Berufsqualifikationen oder die Vermittlung von Praktikumsplätzen. Partner in den Netzwerken können Arbeitsagenturen oder Jobcenter sein, Handwerkskammern, Träger von Sprachkursen, die Integrationsbeauftragten der Kommunen und viele andere Einrichtungen.

So soll ein qualifiziertes Angebot an Grund- und Aufbaukursen geschaffen werden, das analog zu den Kursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ausgerichtet ist und sich an dessen Standard orientiert. Der Grundkurs besteht aus 200 Unterrichtseinheiten, die zum Erwerb des Sprachniveaus A 1 führen. Gleichzeitig wird ein Aufbaukurs mit 400 Einheiten angeboten. Flüchtlingen und Asylbewerbern mit besseren Sprachkenntnissen wird der Einstieg auf einem höheren Niveau ermöglicht. Ein weiterer Baustein ist die Vermittlung von Praktikumsstellen an Flüchtlinge, die bereits entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen. Die Praktika, die zunächst an fünf Standorten in Mannheim, Ludwigsburg, Karlsruhe, Albstadt und Tübingen angeboten werden, sind auf sieben Wochen angelegt, in denen die Flüchtlinge sozialpädagogisch begleitet werden. Ziel dabei ist, Beschäftigungsperspektiven zu entwickeln.

Ermöglicht wird dieses neue Angebot durch den Asylkompromiss, mit dem der Bund die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge deutlich verbessert hat. Früher mussten Asylbewerber lange Wartezeiten in Kauf nehmen, durch die neue Rechtslage können sie jetzt bereits nach drei Monaten arbeiten. „Unser Programm greift die neuen Regelungen auf. Wir nutzen die Möglichkeiten und verbessern damit die Chancen für die Menschen“, sagen Integrationsministerin Bilkay Öney, Sozialministerin Katrin Altpeter und Kultusminister Andreas Stoch.

Material:
Sprachkurs Arbeitsmarkt Konzeption

Weitere Infos:
http://www.integrationsministerium-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Teilhabe/Programm+Chancen+gestalten