Flüchtlinge aus Syrien können studieren

Das Land Baden-Württemberg stellt in den nächsten beiden Jahren jeweils 1,65 Millionen Euro zur Verfügung, um syrischen Flüchtlingen ein geeignetes Hochschulstudium zu finanzieren.

Es ist ein bisher einzigartiges Stipendienprogramm, das die baden-württembergische Landesregierung zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst ausgearbeitet hat. Flüchtlinge aus Syrien, die in ihrem Heimatland ein Studium begonnen haben oder die Voraussetzungen dafür mitbringen, sollen künftig an einer der Hochschulen im Land studieren können. Ausgeschrieben ist das Programm bereits, zum Wintersemester sollen die ersten syrischen Studierenden begrüßt werden.   

Konzipiert hat das Programm das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg. „Wir wollen Bildungschancen eröffnen und dadurch Flüchtlingen zu einer erfolgreichen Integration verhelfen“, sagt die zuständige Ministerin Theresia Bauer. Derzeit leben in Baden-Württemberg etwa 11.000 syrische Flüchtlinge, knapp 5000 davon sind im Alter zwischen 18 und 34 Jahren. Geschätzte 25 Prozent haben einen akademischen Hintergrund. „Viele dieser Flüchtlinge werden hier im Land bleiben“, betont Theresia Bauer. „Deshalb braucht es klare Signale für eine ernst gemeinte Integration. Je eher diese gelingt, desto besser.“

Jeweils 1,65 Millionen Euro aus Sondermitteln stellt die Landesregierung für 2015 und 2016 zur Verfügung. In der ersten Runde sollen zunächst bis zu 50 besonders begabte syrische Flüchtlinge mit einem Stipendium gefördert werden, die ihre persönliche und fachliche Eignung in einem Auswahlgespräch darlegen können. „Es ist im Interesse aller, dass diese vielfach wertvollen Potenziale in unsere Gesellschaft aufgenommen und genutzt  werden“, so die Wissenschaftsministerin.

Über die umfassende Beratung zu den Bildungsangeboten, die ein wesentlicher Bestandteil des Stipendienprogramms ist, soll zudem ein wesentlich breiterer Personenkreis von dem Angebot profitieren. So sollen mit den Mitteln unter anderem auch sprachliche Fortbildungen oder der Besuch eines Studienkollegs ermöglicht werden. Vorgesehen ist zudem eine fachliche Begleitung der Flüchtlinge während des Studiums. Gleichzeitig werden auch die Kosten für die Lernmittel und gegebenenfalls den Lebensunterhalt der Studierenden übernommen.

 

Weitere Infos:
http://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/hochschulen-studium/stipendienprogramm-fuer-fluechtlinge-aus-syrien/

Material:
Programm für Studienförderung für Flüchtlinge aus Syrien

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