Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Flüchtlingen

Im Folgenden haben wir eine Übersicht der wichtigsten Rahmenbedingungen und gesetzlichen Regelungen zusammengestellt, wann Asylsuchenden welche Form der Tätigkeit erlaubt ist. Außerdem finden Sie weiterführende Links zum Thema.
 

Freiwilliges Soziales Jahr / Freiwilliges Ökologisches Jahr

Generell:

  • Jugendfreiwilligendienst von 16 bis 26 Jahren
  • Regeldauer 12 Monate, mind. 6 Monate, max. 18 Monate; Einstieg in der Regel jederzeit möglich.
  • Taschengeld von max. 372 Euro pro Monat, evtl. Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung. Die Einsatzstellen entscheiden, wie viel man erhält.

Siehe auch Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG)

FSJ/FÖJ für Asylsuchende:

  • müssen seit drei Monaten in Deutschland sein
  • brauchen Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde
  • Taschengeld wird angerechnet auf die Leistungen für Asylsuchende

FSJ in Baden-Württemberg: www.fsj-baden-wuerttemberg.de
Bundesarbeitskreis FSJ: www.pro-fsj.de 
 

Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Generell:

  • Für alle Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Pflichtschulzeit, nach oben keine Altersgrenze.
  • Regeldauer 12 Monate, mind. 6 Monate, max. 24 Monate; Menschen über 27 Jahre können den BFD auch in Teilzeit (mit mehr als 20 Stunden pro Woche) machen
  • Taschengeld von max. 372 Euro pro Monat, evtl. Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung. Die Einsatzstellen entscheiden, wie viel man erhält.
  • Tätigkeitsfelder: sozialer, ökologischer oder kultureller Bereich bzw. im Bereich des Sports, der Integration oder im Zivil- und Katastrophenschutz.

Sonderprogramm der Bundesregierung „BFD mit Flüchtlingsbezug“:

  • Für einheimische Freiwillige und Asylberechtigte sowie Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive
  • Befristet vom 1. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2018
  • Bis zu 10.000 neue Stellen
  • Ab 18 Jahren
  • BFD in Teilzeit (mit mehr als 20 Stunden pro Woche) ist auch für unter 27-Jährige möglich
  • Flüchtlinge brauchen eine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde

Siehe auch Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) § 18

Merkblatt zum Sonderprogramm BFD mit Flüchtlingsbezug zum Download

Website mit Einsatzstellensuche des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA): www.bundesfreiwilligendienst.de
 

Praktikum

Bestimmungen für Asylsuchende und geduldete Personen:

  • müssen seit drei Monaten in Deutschland sein
  • brauchen Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde
  • dürfen keiner Beschäftigung nachgehen, solange sie verpflichtet sind, in der Aufnahmeeinrichtung zu wohnen
  • dürfen nicht aus einem sicheren Herkunftsstaat sein (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien)
  • Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit; entfällt jedoch bei Engpassberufen oder einem 15-monatigen Aufenthalt in Deutschland

Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge:

  • haben Aufenthaltserlaubnis und dadurch Arbeitsmarktzugang
  • in diesem Fall sind keine Besonderheiten zu beachten

Nähere Informationen im PDF der Bundesagentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de 
 

Ein-Euro-Job

  • Asylsuchende dürfen einen Ein-Euro-Job ausüben, wenn es sich um eine gemeinnützige Tätigkeit handelt
  • Sie erhalten 1,05 Euro pro Stunde und dürfen maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Ausbildung

  • Asylsuchende dürfen eine Ausbildung beginnen, wenn sie mindestens drei Monate in Deutschland sind und wenn es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt.
  • Dies ist auch möglich, wenn sie noch keinen Aufenthaltstitel besitzen.
  • Eine Zustimmung der Ausländerbehörde sowie eine Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit sind nicht erforderlich.

Siehe auch die Information des Bundesministeriums des Innern und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) „Flüchtlinge in Berufsausbildung“ als PDF: www.bmi.bund.de 
Sowie den ausführlichen Leitfaden für Unternehmen "Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung" des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Beruf

Welche Zugangsmöglichkeiten und -bedingungen zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen bestehen, hängt maßgeblich von ihrem Aufenthaltsstatus ab:

1) Personen mit Aufenthaltserlaubnis (Aufenthaltstitel)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheidet im Asylverfahren über vier Schutzarten: Asylberechtigung, Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz und Abschiebungsverbot. Je nach Schutzart erhalten diese Personen eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Dauer von einem bis drei Jahren mit der Möglichkeit der Verlängerung bzw. dem Übergang in einen Daueraufenthalt (Niederlassungserlaubnis).

Anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber, die vom Bundesamt einen positiven Bescheid erhalten haben, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt als Beschäftigte arbeiten und auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Ist nur ein Abschiebungsverbot festgestellt worden, entscheidet die Ausländerbehörde im jeweiligen Einzelfall, ob eine Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erteilt wird. Ob eine Genehmigung erteilt wurde, steht auf der Aufenthaltserlaubnis und gegebenenfalls einem Zusatzblatt.

2) Personen mit Aufenthaltsgestattung

Das BAMF erteilt Asylbewerberinnen und -bewerbern, die sich noch im Asylverfahren befinden, eine Aufenthaltsgestattung. Diese berechtigt sie bis zum Abschluss des Asylverfahrens, das heißt bis zur Entscheidung über den Asylantrag, in Deutschland zu leben und unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten.

3) Personen mit Duldung

Personen, die einen negativen Bescheid erhalten haben, aber bei denen die Abschiebung ausgesetzt wurde, erhalten von der Ausländerbehörde eine "Bescheinigung für die Aussetzung einer Abschiebung", die Duldung genannt wird. Personen, die eine Duldung besitzen, haben bestimmte Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt.

Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt für Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung siehe PDF des BAMF, Seite 3-7: www.bamf.de
 

Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland"

Die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland" des BAMF bietet eine Erstberatung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse (auf Deutsch oder Englisch): 030-1815-1111.

Siehe auch www.bamf.de
 

Infoportale

Drei Informationsportale zum Thema Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, die eng zusammenarbeiten:

  • Anerkennung in Deutschland, Infoportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, mit Anerkennungs-Finder: www.anerkennung-in-deutschland.de
  • BQ-Portal, Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen, vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.: www.bq-portal.de
  • Kultusministerkonferenz Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen, Anerkennung und Bewertung ausländischer Bildungsnachweise: anabin.kmk.org

Weiterhin:

Siehe dazu auch Informationen der Bundesagentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ Informationen für Arbeitgeber als PDF: www.arbeitsagentur.de