Fußball verbindet: Integration auf dem Sportplatz

Der VfB Stuttgart engagiert sich im Rahmen seines Fairplay-Projekts „Fußball verbindet“ schon seit 2015 in der Flüchtlingshilfe. Zum Konzept gehören unter anderem zwei Ballspiel-Angebote für gemischte Gruppen von Flüchtlingskindern, die im Stuttgarter Theaterhaus von Trainern des VfB und der Sportvereinigung Feuerbach angeleitet werden. Staatsrätin Gisela Erler hat das Training besucht.

Seit im Jahr 2015 immer mehr Menschen aus ihrer Heimat vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten, bietet der VfB Stuttgart als größter Verein in Baden-Württemberg auf verschiedene Weise seine Hilfe an. „Der Bedarf an Unterstützung für die Menschen, die auf der Flucht alles verloren haben, ist groß und der Fußball hat eine verbindende Kraft. Sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen sind der Spaß und die Freude im Training groß und es ist stellt eine willkommene Abwechslung. Deshalb engagieren wir uns sehr gerne“, betont Peter Reichert, einst selbst Spieler des Fußball-Bundesligisten und heute VfBfairplay-Beauftragter des Vereins.

Gemeinsames Fußballtraining verbindet

Zusammen mit dem Theaterhaus Stuttgart, der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der Mercedes-Benz Bank haben die Vereinsverantwortlichen des VfB daher 2015 das Projekt „Fußball verbindet“ initiiert. Jeden Montag und Mittwoch wird seither in der Sporthalle im Theaterhaus ein Fußballtraining für Flüchtlingskinder angeboten, die gemeinsam von Trainern des VfB Stuttgart und der Sportvereinigung Feuerbach als Kooperationspartner betreut werden. „Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Rolf Schneider, der langjährige Präsident der Sportvereinigung Feuerbach.

Auch Mädchen haben sich angemeldet

Bemerkenswert dabei ist insbesondere, dass sich nichts nur Jungs in der Trainingsgruppe angemeldet haben, sondern auch etliche Mädchen, was Staatsrätin Gisela Erler besonders freut. „Wir danken allen Beteiligten herzlich für dieses großartige zivilgesellschaftliche Engagement, das ein wertvoller Beitrag zur Integration dieser Kinder ist", betonte sie bei einem Besuch im Theaterhaus, bei dem sie Gelegenheit hatte, sich mit den Verantwortlichen über deren Erfahrungen auszutauschen und einer Trainingsstunde zuzuschauen.

Einige Überzeugungsarbeit

Wie viel Spaß die Flüchtlingskinder in ihren roten VfB-Trikots haben, ist dabei für jeden spürbar, der am Spielfeldrand steht. Dass solch ein gemischtes Training zustande kommt und regelmäßig angeboten werden kann, ist dabei alles andere als selbstverständlich. Die Flüchtlingskinder sind mit ihren Familien in einem Systembau untergebracht, der direkt neben dem Vereinsgelände der Sportvereinigung Feuerbach steht. Sie werden von den Betreuern und Trainern vor dem Training dort abgeholt und auch wieder gebracht, was in einigen Fällen einiges an Überzeugungsarbeit gekostet hat, wie Rolf Schneider erzählt. Und auch die Verantwortlichen des VfB haben die Erfahrung gemacht, dass sich nicht alle Bewohner in den Unterkünften für das Angebot begeistern können. So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass Plakate, auf denen das Angebot beworben wird, einfach abgerissen werden.  

Vielfältiges Engagement  

Um solchen Vorbehalten zu begegnen, setzen die Verantwortlichen vor allem auf persönliche Gespräche. Die besten Botschafter sind aber die Kinder selbst, die hinterher von dem „tollen Training“ erzählen. Die Trainingsgruppen im Theaterhaus sind für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sowie für Jugendliche von elf bis 16 Jahren gedacht. Zudem unterstützt der Bundesligist verschiedene Sportvereine im Land , die sich auf ähnliche Weise in der Flüchtlingshilfe engagieren.