2. Forum Flüchtlingshilfe in Karlsruhe

Beim 2. Forum Flüchtlingshilfe im Bürgersaal des Rathauses Karlsruhe ist von den knapp hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen diskutiert worden. Reges Interesse hat zudem das Förderprogramm „Lokale Bündnisse“ hervorgerufen, mit dem schnelle und unkomplizierte Hilfe geleistet werden soll.

Artikel und Impressionen vom Forum

Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit und ein reger Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen gerade im Bereich der Flüchtlingshilfe sind, hat sich insbesondere in Karlsruhe schon früh gezeigt. In der zweitgrößten Stadt des Landes wurde einst die erste Landeserstaufnahmeeinrichtung in Baden-Württemberg eröffnet. Entsprechend groß sind hier die Erfahrungen im Umgang mit Asylsuchenden. „Karlsruhe ist eine Flüchtlingsstadt“, betonte  Oberbürgermeister Frank Mentrup zum Auftakt des 2. Forums Flüchtlingshilfe, gefolgt von einem Appell: „Wir brauchen dringend mehr Aufnahmeplätze im ganzen Land.“

Knapp hundert Akteure aus verschiedensten Bereichen der Flüchtlingshilfe waren in den Bürgersaal im Karlsruher Rathaus gekommen, um gemeinsam engagiert über „Lösungen, Herausforderungen und Bedingungen gelingender Zusammenarbeit“ zu diskutieren. Baden-Württemberg leiste bundesweit die umfangreichste Flüchtlingshilfe und wolle auch qualitativ die führende Rolle in Deutschland einnehmen, erklärte Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, die zu dem Forum eingeladen hatte. „Das bürgerschaftliche Engagement ist dabei von herausragender Bedeutung.“

Um die ehrenamtliche Hilfe zu unterstützen, ist das Förderprogramm „Lokale Bündnisse“ aufgelegt worden, das noch vor den Sommerferien in die Umsetzung gehen soll, so Regierungsdirektor Günter Knoblich vom Sozialministerium. „Wir wollen, dass die Gelder möglichst schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“ Der Aufruf an die Ehrenamtlichen aus dem ganzen Land, sich auch über die Frist Ende Juni hinaus zu bewerben, stieß auf große Resonanz. Viele nutzten die Gelegenheit in der Pause, um ein Beratungsgespräch zu diesem Thema zu führen.

Hinterher lud Moderatorin Sieglinde Ruf zu einer Diskussionsrunde, bei der sich Haupt- und Ehrenamtlich unter anderem darüber austauschten, was bei dem wichtigen Miteinander noch verbessert und wie das Verständnis füreinander gefördert werden könnte. Jeder der wollte, konnte bei dem "Fishbowl" genannten Diskussionsformat auf einem der freien Stühle in der kleinen Diskussionsrunde Platz nehmen, um sein Statement zum Thema abzugeben. Viele hatten etwas zu sagen, unter anderem auch Alfred Greis: „Ehrenamtliche und Hauptamtliche brauchen sich für eine fortlaufende Qualitätsverbesserung“, so der Pädagoge aus der Bodenseeregion.

Ein wichtiger Schritt dazu war der intensive Austausch auf dem Forum in Karlsruhe, der daher auch fortgesetzt wird: Am 14. Oktober lädt Staatsrätin Gisela Erler zum 3. Forum Flüchtlingshilfe ein, um dem wichtigen Dialog zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen ein weiteres Podium zu bieten. (mh)