Effektive Flüchtlingshilfe

Das Bundesamt für Migration rechnet im Jahr 2015 mit mindestens 300.000 Asylanträgen. Ohne ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger und ein Netzwerk an Angeboten werden Land und Kommunen ihrer humanitären Verpflichtung, zu helfen, nicht nachkommen können.

Das Bundesamt für Migration rechnet im Jahr 2015 mit mindestens 300.000 Asylanträgen. Ohne ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger und ein Netzwerk an Angeboten werden Land und Kommunen ihrer humanitären Verpflichtung, zu helfen, nicht nachkommen können.

Gründe, warum die Flüchtlingszahlen in Deutschland wohl auch in diesem Jahr weiter ansteigen werden, gibt es einige. In einer aktuellen Prognose nennt das Bundesamt für Migration die anhaltenden Bürgerkriege in Syrien und im Irak sowie den Konflikt in der Ukraine als Hauptursachen. Aber auch aus Ländern wie Nigeria, Pakistan oder Gambia flüchten Menschen vor der  politischen oder religiösen Verfolgung in ihrem Land. Etwa 300.000 Asylanträge, so die Erwartung des Bundesamts für Migration, werden im Jahr 2015 gestellt werden.  

Auch in Baden-Württemberg werden mehr Flüchtlinge als im Vorjahr ankommen, als knapp 26.000 Hilfesuchende aufgenommen wurden. Anders als in den 90er Jahren, wird sich die Situation nach Einschätzung der Verantwortlichen in der Landesregierung auf absehbare Zeit nicht entspannen. „Die meisten Flüchtlinge werden lange bei uns bleiben“, betont Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

Um für die anspruchsvolle Aufgabe gerüstet zu sein, soll die Flüchtlingshilfe im Land effizienter gestaltet werden. Ziel dabei ist, das Engagement für Flüchtlinge landesweit besser zu strukturieren, vorhandene Angebote zu vernetzen und um neue zu ergänzen. „In der neuen Situation brauchen wir  Hilfsstrukturen, die gleichermaßen flexibel und dauerhaft sind“, so die Staatsrätin, die überwältigt ist von der Hilfsbereitschaft der Menschen im traditionell ehrenamtlich stark engagierten Südwesten, wie sie sagt. „Es geht uns darum, alle Menschen, die helfen wollen, gezielt in die Arbeit einzubinden, damit sie mit ihrer Hilfsbereitschaft nicht auf sich alleine gestellt sind.“ 

Neben zahlreichen Aktionen hat die Landesregierung das Projekt „Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“ initiiert, das flächendeckend im ganzen Land durchgeführt werden soll. Zu den Bündnispartnern, mit deren Hilfe die Strukturen aufgebaut werden sollen, gehört unter anderem das Sozialministerium mit Ministerin Katrin Altpeter, die das Projekt zusammen mit Staatsrätin Gisela Erler koordinieren wird. Beteiligt sind zudem das Ministerium für Integration mit Bilkay Öney an der Spitze, kommunale Verbände wie der Städtetag Baden-Württemberg sowie diverse Stiftungen und zivilgesellschaftliche Gruppen.

Zwei Millionen Euro stellt die Landesregierung für das Gemeinschaftsprogramm zu Verfügung. „Die Unterbringung der Flüchtlinge ist eine Reifeprüfung für die Bürgerbeteiligung“, sagt Gisela Erler: „Wir wollen erreichen, dass zivilgesellschaftlich aktive Gruppen gemeinsam mit Flüchtlingen und Migranten neue Wege des Zusammenlebens und des Zusammenwirkens in den Kommunen entwickeln und erproben.“

weitere Infos:
https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/erstes-forum-fluechtlingshilfe/

Kontakt:
Staatsministerium Baden-Württemberg
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