Wie und wo wird der Asylantrag gestellt?

Jeder, der in seiner Heimat verfolgt wird, kann in Deutschland einen Antrag auf Asyl stellen, wenn er auf direktem Weg einreist. Sonst muss er den Antrag in dem Land der Europäischen Union stellen, über das er eingereist ist. Nach dem Dublin III-Abkommen der Europäischen Union ist in der Regel immer der Mitgliedstaat für das Asylverfahren zuständig, über den die EU betreten wurde.

 

Allgemeine Notsituationen wie Armut oder Bürgerkrieg berechtigen nicht zum Asyl.


In den Landeserstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge (unter anderem Karlsruhe, Meßstetten und Ellwangen) können die Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt werden. Es müssen alle persönlichen Dokumente wie Pass und Geburtsurkunde sowie Unterlagen, die Informationen über den Reiseweg enthalten, abgegeben werden. Ebenso erfolgt ein Gesundheitscheck.

 

Der Asylantrag muss persönlich gestellt werden.


Nach Registrierung des Asylantrags erhält der Flüchtling eine Aufenthaltsgestattung, die neben den Personalien ein Foto, das Datum, das Aktenzeichen und eine Wohnsitzauflage enthält. Die Aufenthaltsgestattung wird befristet erteilt.

Für die Bearbeitung des Asylantrages wird der Flüchtling von einem Mitarbeitenden des BAMF persönlich befragt. Den Termin für diese Anhörung erhält man schriftlich, er findet in der Regel innerhalb von drei Monaten statt.

Bei der Anhörung muss der Antragstellende schildern, wie und warum er verfolgt wird. Die Beurteilung dieser Befragung entscheidet darüber, ob er Asyl erhält oder nicht.

 

Praxistipps:


1. Kontakt mit einer Flüchtlingsberatungsstelle aufnehmen und gut vorbereitet in die Anhörung gehen.

2. Asylsuchende haben ein Recht darauf, in ihrer Muttersprache angehört zu werden. Dafür wird ein Dolmetscher gestellt.

3. Asylsuchende können auch auf eigene Kosten einen geeigneten Sprachvermittler hinzuziehen.

4. Asylsuchende können von einem Beistand oder einem Rechtsanwalt begleitet werden.

Wenn man zum Anhörungstermin nicht erscheint, kann der Asylantrag abgelehnt werden.


Weitere Informationen: Eine Hilfe zur Vorbereitung der Anhörung finden Sie unter www.fluechtlingsrat-bw.de.