Was sind die ersten Schritte für Flüchtlinge nach ihrer Ankunft?

Von ihrer Ankunft an benötigen Flüchtlinge immer wieder Unterstützung in verschiedenen Situationen. Eine kontinuierliche Betreuung durch Ehrenamtliche ist daher wünschenswert.

Um gezielt helfen zu können, ist es wichtig, sich rechtzeitig zu informieren, wer in der Unterkunft wohnen wird:

  • Woher kommen die zu erwartenden Flüchtlinge?
  • Welche Sprache sprechen sie?
  • Welche Religion haben sie?
  • Sind es Familien mit Kindern oder Alleinstehende?
  • Warum haben sie ihre Heimat verlassen?

 

Beachten:

Fragen Sie die Neuankömmlinge, was sie brauchen und welche Art der Unterstützung sie möchten. Entscheiden Sie nichts über ihren Kopf hinweg. Gehen Sie auf persönliche Bedürfnisse ein.


Die Flüchtlinge werden vor Ort von hauptamtlichen Betreuern und Vertretern der Unterbringungsbehörde empfangen. Sie zeigen ihnen die Wohnräume, geben ihnen ihre Erstausstattung (Bettzeug, Handtücher, Geschirr und Töpfe) und informieren sie über die Anmeldeformalitäten. Anschließend müssen die Asylsuchenden zur Anmeldung ins Rathaus. Bei Ehepaaren reicht es, wenn ein Ehepartner hingeht, Kinder (auch erwachsene) müssen anwesend sein.

 

Das wird benötigt:

  • Antrag auf Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG, erhält man im Rathaus)
  • Zuweisungsbescheid (teilt den Asylsuchenden einem bestimmten Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zu)
  • Aufenthaltsgestattung aller Familienmitglieder


Folgendes passiert:

  • Die neue Adresse wird in der Aufenthaltsgestattung vermerkt.
  • Der Asylsuchende erhält den Bewilligungsbescheid über die ihm zustehenden Leistungen nach AsylbLG.
  • Das Taschengeld für den aktuellen Monat wird ausgezahlt.


Falls ein Arzt benötigt wird, sollte dies mitgeteilt werden. Bei Bedarf erhält der Asylsuchende einen Krankenschein vom Sozialamt. Krankenscheine für den Kinderarzt und Zahnarzt gibt es extra.

 

Hinweis:

Ehrenamtliche sollten die Asylsuchenden begleiten, beim Ausfüllen der Anträge helfen und das System der Krankenscheine erklären.


Bis zur Entscheidung über den Ausgang des Asylantrags müssen die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften wohnen. In den ersten drei Monaten dürfen sie nicht arbeiten.

 

Praxistipps:

1. Asylsuchende sollten immer die aktuellen Aufenthaltspapiere bei sich tragen! Sonst drohen Strafanzeige und Geldstrafe.

2. Bei einer Adressänderung muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sofort informiert werden.

3. Jeder Antragsteller hat das Recht, von allen eingereichten Dokumenten, Beweisen etc. eine Kopie zu erhalten. Von erhaltenen Dokumenten und Behördenschreiben ebenfalls Kopien erstellen.

4. Alle Unterlagen in einem Ordner sorgfältig aufbewahren.