Wie kann ich Spenden sammeln?

Private Unterstützung in Form von Geldspenden ist dann nötig, wenn keine öffentlichen Mittel zur Verfügung stehen. So kann es hilfreich sein, Fahrtkosten, Eintritte oder Material für Projektgruppen (Handarbeiten, Kochen, Gartengestaltung etc.) durch Spenden zu finanzieren.

 

Hinweis:

Am flexibelsten sind Sie, wenn die Spenden bei Ihnen nicht zweckgebunden eingehen. Das heißt, Sie können je nach Bedarf entscheiden, wofür Sie das Geld einsetzen. Die Erfahrung zeigt, dass gerne gespendet wird, wenn eine Initiative gut vernetzt und ihre Arbeit in der Region bekannt ist.

 

Gut zu wissen!

Spenden (Geld-, Sach- oder Aufwandsspenden) an gemeinnützige Körperschaften (zum Beispiel Vereine) sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Spenden sind Zuwendungen, die erbracht werden, ohne dass eine Gegenleistung erwartet wird.

 

 

So gehen Sie am besten vor:


Schaffen Sie eine gute Grundlage

  • Stellen Sie ein Team zusammen, das die Öffentlichkeitsarbeits- und Fundraising-Aktivitäten koordiniert. Legen Sie fest, bei wem die Hauptverantwortung liegt.
  • Klären Sie, welches Geld- und Zeitbudget für Ihre Aktivitäten zur Verfügung stehen.
  • Richten Sie ein Konto für Spenden ein und legen Sie ein Stichwort für die Geldzuwendungen fest.
  • Klären Sie, wie viel Geld Sie brauchen und für was. Spenden sammeln geht am besten über die Vorstellung einzelner Projekte und Schicksale.
  • Legen Sie eine Verwendungsrichtlinie für die eingehenden Spenden fest. Weitere Informationen: Vorbildlich hat dies der Freundeskreis Flüchtlinge Plieningen-Birkach umgesetzt: www.freundeskreis70599.de/Spenden.
  • Erstellen Sie eine Internetseite und einen Flyer mit den grundlegenden Informationen über Ihren Flüchtlingsarbeitskreis. Erzählen Sie von Ihren Projekten, nennen Sie Spendenkonto und Kontaktdaten. Hinweis: Eine einfache Internetseite kann man auch ohne Programmierkenntnisse erstellen, zum Beispiel mit Baukastensystemen wie de.jimdo.com.


Kooperieren Sie mit der Presse

  • Helfen Sie den Menschen, den Bedarf an Hilfe sowie die Schicksale der Flüchtlinge zu verstehen. Gewinnen Sie dafür die lokale Presse sowie lokale Radio- und Fernsehsender als Mitstreiter.
  • Legen Sie eine Ansprechperson für die Presse fest.
  • Vermitteln Sie den Redaktionen Kontakte zu Flüchtlingen und Engagierten. Beachten: Behandeln Sie die Flüchtlinge respektvoll. Nicht jeder erzählt gerne seine persönliche Geschichte. Führen Sie daher eine Liste, in der die Flüchtlinge schriftlich ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung erteilen. Dies gilt auch für Fotos sowie für die Nennung des Vor- und Nachnamens.
  • Bieten Sie Berichte und Fotos von Ihren Aktivitäten an.
  • Laden Sie die Redakteurinnen und Redakteure zu Veranstaltungen ein. Zeigen Sie Präsenz und führen Sie Gespräche
  • Menschen helfen gerne, wenn sie die Not erkennen und direkt angesprochen werden. Berichten Sie daher im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in den sozialen Medien über Ihre Arbeit.
  • Veranstalten Sie ein Willkommens- oder Nachbarschaftsfest, zu dem jeder eingeladen ist
  • Machen Sie – nach Abstimmung mit den Veranstaltern – einen Infostand, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt oder beim Stadtfest.
  • Halten Sie Vorträge über Ihre Arbeit, zum Beispiel in der Kirchengemeinde, im Bürgerhaus, in der Schule oder beim Jugendtreff.
  • Werden Sie Mitglied in örtlichen oder regionalen Vereinigungen, um sich zu vernetzen.
  • Erstellen Sie einen E-Mail-Verteiler von allen Kontakten und bitten Sie um Erlaubnis, sie in wichtigen Fällen informieren zu dürfen, zum Beispiel im Rahmen einer Kampagne (siehe unten).
  • Fragen Sie alle akquirierten Kontakte nach weiteren empfehlenswerten Kontakten zur Unterstützung und für den E-Mail-Verteiler.
  • Nutzen Sie bei allen Kommunikationsaktivitäten ihr Informationsmaterial und benennen Sie die benötigten Spendenbeträge.


Starten Sie eine Spendenkampagne

  • Erstellen Sie eine Liste mit den Kontaktdaten aller Menschen, Organisationen und Unternehmen, die Sie kennen und von denen Sie sich vorstellen können, dass sie helfen.
  • Sprechen Sie potenzielle Fürsprecher mit entsprechenden Netzwerken an, beispielsweise lokale Vereine. Am effektivsten ist die persönliche Ansprache. Nennen Sie das Spendenziel, die Höhe der benötigten Spenden sowie den Zeitraum, in dem Sie dies erreichen müssen.
  • Geben Sie eine Pressemitteilung an die örtliche Presse heraus, in der Sie diese Punkte ebenfalls darstellen.
  • Visualisieren Sie den Spendenbedarf an zentraler Stelle, zum Beispiel durch einen „Spendenbaum“, an dem Spendenwünsche hängen und der sich im Laufe der Kampagne verändert.
  • Weisen Sie in allen internen und externen Veranstaltungen auf die Spendenkampagne hin. Nennen Sie den benötigten Betrag und sagen Sie, wie viel bereits eingegangen ist.
  • Sprechen Sie gezielt Unternehmen aus der Region an. Denken Sie dabei auch an Ihren Arbeitgeber. Bieten Sie an, ein Engagement durch Berichterstattung auf der Internetseite oder in der Presse zu begleiten. Unternehmen möchten oft, dass ihre guten Taten auch bekannt werden.
  • Fragen Sie bei den Unternehmen nach, ob sie an Social Days teilnehmen oder ob sie Programme aufgelegt haben, um das Engagement ihrer Mitarbeitenden zu unterstützen.

 

Prima Idee!

Beim ProCent Förderfonds der Daimler AG spenden Mitarbeitende den Cent-Betrag ihres Gehaltes, das Unternehmen verdoppelt dann die Spende.


Hinweis:

Als gemeinnütziger Verein kann man beim Amtsgericht seiner Stadt um die Zuweisung von Bußgeldern bitten! Nehmen Sie dazu Kontakt mit dem Amtsgericht auf und stellen Sie Ihren Verein und Ihre Projekte schriftlich und idealerweise auch persönlich vor.

 

Gut zu wissen!

Spende versus Sponsoring: Bei einer Spende erwartet die gebende Person keinen wirtschaftlichen Nutzen für sich. Bei einem Sponsoring verpflichten sich dagegen beide Seiten zu bestimmten Leistungen und halten diese in einem Vertrag fest. Das bedeutet meist einen hohen Koordinationsaufwand. Werben Sie daher um Spenden, nicht um „Sponsoring“.

 

Prima Idee!

Für einzelne Spendenaktionen bis zu 10.000 Euro können Sie zusätzlich Online- Spendenportale wie www.betterplace.org oder www.helpedia.de nutzen. Vorteil: Sie definieren ein Spendenziel, die Nutzer können online mit verschiedenen Zahlungssystemen spenden und den Spendenfortschritt beobachten. Sie benötigen dafür den Freistellungsbescheid des Finanzamtes (Gemeinnützigkeit), Projektinfos und eine Bedarfsbeschreibung.

Auch eine Facebook-Präsenz kann Ihrer Initiative helfen, Ihren Spendenbedarf rasch bekannt zu machen. Laden Sie hierzu alle Freunde auf die neue Facebook-Seite ein und bitten Sie alle Netzwerkmitglieder, dies ebenfalls zu tun.

Berichten Sie über Ihr Projekt und sagen Sie Danke!

Wer mit Begeisterung bei der Sache ist, ist oft schon einen Schritt weiter. Kaum ist die Spende da, geht es an die Umsetzung des Projektes. Dokumentieren Sie den Projektfortschritt auf Ihrer Internetseite und denken Sie daran, sich für die eingegangenen Spenden zu bedanken. Ein erfolgreiches Spendenprojekt macht Lust auf mehr. Und ein Dankeschön macht neue Türen auf.

 

Beachten:

Fotos von Menschen dürfen nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung veröffentlicht werden. Maßgeblich hierfür ist § 22 des Kunsturheberrechtsgesetzes (KunstUrhG). Lassen Sie sich die Erlaubnis dazu am besten schriftlich geben. Auch der Nennung des Namens muss zugestimmt werden. Gerade für Flüchtlinge und ihre Angehörigen kann eine Unachtsamkeit schwere Folgen haben!

Weitere Informationen: Unter www.gesetze-iminternet.de stellt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz fast das gesamte aktuelle Bundesrecht im Internet bereit.

 

Literaturtipps zum Thema Fundraising:

  • Blog mit gelungenen Beispielen: [1]
  • Portal mit Tipps für kleine Fundraising-Projekte: www.fundraising-evangelisch.info/praxistipps
  • Regionales Fundraising in Kirchengemeinden: Liebs, Helmut: Damit die Kirche im Dorf bleibt: Fundraising. 55 beste Beispiele aus Württemberg, Stuttgart 2010
  • Fundraising-Standardwerk: Fundraising Akademie (Hrsg.): Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente, Gabler Verlag, Wiesbaden 2008, 4. Auflage

 

Gut zu wissen!

Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten für Ihren Flüchtlingsarbeitskreis auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-bw.de, Rubrik Praxistipps/Förderprogramme.