Zusatzversicherung für Flüchtlinge

Der Württembergische Landessportbund bietet zusammen mit anderen Sportbünden eine Zusatzversicherung für Flüchtlinge an, die in Vereinen Sport treiben wollen. Um diese nicht mit zusätzlichen Kosten zu belasten, übernehmen die Sportbünde die Aufwendungen für die Versicherung.

Der VfL Stuttgart stellt sein Sportgelände zur Verfügung, der SV Ludwigsburg will demnächst spezielle Schwimmkurse für Flüchtlingskinder anbieten, bei der SpVgg Aidlingen im Landkreis Böblingen haben junge Syrer eine sportliche Heimat in der aktiven Fußballmannschaft gefunden: Überall im Land engagieren sich Sportvereine in der Flüchtlingshilfe und leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Integration. „Gerade der Sport bietet für Asylbewerber und Flüchtlinge durch seine niedrigen Eingangsschwellen ideale Voraussetzungen, um eine rasche Integration in unsere Gesellschaft zu realisieren", sagt Klaus Tappeser, der Präsident des Württembergischen Landessportbundes (WLSB).

Allerdings sind mit den unterschiedlichen Sportangeboten auch versicherungsrechtliche Fragen verbunden, auf die der WLSB nun gemeinsam mit anderen Verbänden und Partnern eine Antwort gefunden hat: Alle betroffenen Vereine können seit Ende vergangenen Jahres einen Zusatzvertrag abschließen, der den Unfall- und Haftpflichtschutz für Asylbewerber und Flüchtlinge sicherstellt, die an Sportangeboten in den Mitgliedsvereinen teilnehmen. (mh)

Der Versicherungsschutz beginnt dabei „mit dem Betreten der Sportstätte zum Zweck der aktiven Teilnahme und endet mit deren Verlassen, spätestens mit Beendigung des Sportangebots“. Ebenfalls versichert sind Asylbewerber und Flüchtlinge, die sich als Zuschauer und Besucher von Veranstaltungen oder als Begleiter (z.B. von Kindern oder Geschwistern) auf dem Gelände aufhalten. Beteiligt an dem Projekt sind neben dem WLSB auch der Badische Sportbund Freiburg, der Badische Sportbund Nord, der Landessportverband Baden-Württemberg, die ARAG-Sportversicherung sowie die Firma Himmelseher Sportversicherungen (HISV). Die Versicherung ist gültig für alle etwa 11.400 Mitgliedsvereine in den Sportbünden.

Damit die Vereine nicht noch zusätzlich finanziell belastet werden,  übernehmen die drei Sportbünde die kompletten Kosten für die Zusatzversicherung. Auch die Abwicklung läuft völlig unbürokratisch. Die teilnehmenden Personen müssen den Sportbünden nicht gemeldet werden. Im Schadensfall kann sich  der veranstaltende Verein an die zuständigen Versicherungsbüros bei den Sportbünden wenden. Dort erhalten die Vereine auch weitere Auskünfte und Informationen. (mh)

Foto: Aurelius Maier