Gute Arbeitsleistung von Asylbewerbern

Foto: Martin Stollberg

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen und Betriebe, die Flüchtlinge als Mitarbeiter eingestellt haben, sind mit deren Arbeitsleistung zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von der OECD und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag durchgeführt und nun vorgestellt worden ist.

Die jüngste Studie zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Deutschland zeigt: Die meisten Arbeitgeber haben Asylbewerber und Flüchtlinge aus gesellschaftlicher Verantwortung eingestellt. Über 80 Prozent sind mit ihrer Arbeitsleistung zufrieden. Die meisten Arbeitgeber haben keine oder nur wenige Schwierigkeiten mit ihnen im Arbeitsalltag. 70 Prozent können sich vorstellen, auch in Zukunft Flüchtlinge oder Asylbewerber einzustellen. Für die Studie hatten die OECD und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag gemeinsam rund 2.200 deutsche Unternehmen befragt, die in den vergangenen zwei Jahren 3.800 bis 7.000 Asylbewerber und Flüchtlinge eingestellt haben, davon 40 Prozent auf Arbeitsstellen und ein Drittel für Praktika.

„Wenn wir bei der Integration von Geflüchteten gemeinsam an einem Strang ziehen - Politik, Wirtschaft, Gesellschaft - und auch international zusammenarbeiten, können wir dieses Potential in unseren alternden Bevölkerungen gut verwirklichen. Viele der Flüchtlinge sind jung, sie sind motiviert, wir können sie ausbilden und wir haben offene Stellen. Mit dem Integrationsgesetz haben wir für die richtigen Weichenstellungen gesorgt“, so Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die anlässlich der Vorstellung der Studie zusammen mit der OECD internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verwaltung zu einer Konferenz nach Berlin geladen hatte. Die Integration der Geflüchteten sei eine Investition in die Zukunft, betonte die OECD-Sonderbeauftragte Gabriela Ramos.

In den Jahren 2015 und 2016 sind zusammen rund 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommenen. Jetzt seien rund 400.000 arbeitsuchend in der sozialen Grundsicherung gemeldet. Jeden Monat kämen 10.000 dazu, so Andrea Nahles. „Wir stehen an der Schwelle, die wirkliche Integration in den Arbeitsmarkt steht noch bevor.“ 75 Prozent der Arbeitgeber halten berufsbezogene Sprachkurse für sehr wichtig. Idealerweise sollten diese am Arbeitsplatz angeboten werden, fordern OECD und Wirtschaft. Die Bundesregierung habe das Angebot für berufsbezogene Sprachkurse massiv erhöht: 200.000 Kurse - zehnmal mehr als zuvor - könnten angeboten werden, so Ministerin Nahles. Für die vielen jungen Geflüchteten sei eine Ausbildung der Dreh-und Angelpunkt. Das duale Ausbildungssystem funktioniere sehr gut, die Bundesagentur für Arbeit sei gut aufgestellt. Rechtliche Hürden für die Ausbildung seien beseitigt. Für mehr junge Geflüchtete seien Einstiegsqualifizierungen möglich.

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sagte, viele Jugendliche müssten Schulbildung nachholen. Daher sei es wichtig gewesen, die Altersgrenze für den Beginn einer Berufsausbildung heraufzusetzen. Das Integrationsgesetz sei richtig, aber bei der Umsetzung gebe es zum Teil Verbesserungsbedarf. Die Betriebe bräuchten überall Rechtssicherheit für Auszubildende.