Flüchtlinge bei Existenzgründung unterstützen

Foto: Nicole Wahl

Die Bundesregierung hat ihr Informations- und Bildungsangebot ausgebaut, um Flüchtlinge zu unterstützen, die ein Unternehmen gründen wollen. Neben einem mehrsprachigen Existenzgründerportal gibt es einen Online-Leitfaden mit Tipps auf Deutsch und Arabisch. Geplant ist zudem ein Patenschaftsprojekt.

Eine wichtige Voraussetzung für die gelungene Integration von Flüchtlingen ist die Teilhabe am Erwerbsleben. Neben einer herkömmlichen Beschäftigung als Arbeitnehmer kann dabei auch der Weg in die Selbstständigkeit eine Möglichkeit sein, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Dass viele Migrantinnen und Migranten grundsätzlich bereit sind, sich selbstständig zu machen, zeigt die jüngste Statistik der Regierung: Demnach wird bereits heute jedes fünfte Unternehmen in Deutschland von Menschen ausländischer Herkunft gegründet.

Um Flüchtlinge auf dem Weg in Selbstständigkeit besser als bisher besser unterstützen zu können, hat die Bundesregierung ihr Informations- und Beratungsangebot nun erweitert und auf Menschen aus Ländern außerhalb der EU ausgerichtet. Dazu wurde unter anderem der Online-Leitfaden „GründerZeiten“ entwickelt, der Tipps auf Deutsch und Arabisch gibt. Zudem betreibt die Bundesregierung ein mehrsprachiges „Existenzgründerportal“, auf dem sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch über Unternehmensgründungen informieren können.

Gleichzeig sind noch weitere Maßnahmen geplant. Unter anderem sollen im Rahmen des Pilotprojekts „Gründerpatenschaften“ interessierte Flüchtlinge mit ansässigen Unternehmen und Selbstständigen zusammengebracht werden. Und auch die Initiative „Willkommenslotsen“, das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ und weitere Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft wollen künftig eine gezielte Beratung für Flüchtlinge zum Thema Existenzgründung anbieten.

Nach geltendem Recht dürfen Personen, deren Asylantrag positiv beschieden wurde und die eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Daneben erhalten auch ausländische Bürger, denen eine Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen erteilt wurde, die uneingeschränkte Erlaubnis zur Ausübung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit.