Junge Flüchtlinge in sozialer Mission

Foto: Lebenshilfe Vaihingen – Mühlacker

Auch junge Geflüchtete sollen die Möglichkeit haben, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, dabei Erfahrungen zu sammeln und etwas zum gesellschaftlichen Miteinander beizutragen. Um das zu ermöglichen und Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive bei der Integration zu unterstützen, hat das Sozialministerium ein Sonderprogramm aufgelegt, das bisher gut angenommen wird. 

Das Angebot FSJ-Integration (FSJ-Int) wurde im Rahmen des Landesprogramms „Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement“ ins Leben gerufen. Die spezifische Gestaltung eines klassischen FSJ mit praktischer Tätigkeit in einer Einrichtung, pädagogischer Begleitung und Seminartagen hat neben der Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmenden zum Ziel, soziale und kulturelle Kompetenz zu erwerben, Vorurteile abzubauen sowie erste Erfahrungen mit moderater Verantwortung in einem Berufsfeld zu machen und damit eine Orientierung für die weitere Ausbildung zu erhalten. Die positiven Erfahrungen mit dem klassischen FSJ sollten auch jungen Menschen offen stehen, die aus ihrem bisherigen Lebensumfeld vertrieben wurden.

Erfahrungen mit Gleichgesinnten machen

Neben den genannten Aspekten schätzen junge Menschen an einem FSJ ganz besonders, dass sie neue Menschen kennen lernen, denen man sich verbunden fühlt. Sowohl durch die Seminarwochen wie auch durch die Tätigkeit in einem Team machen Freiwillige die Erfahrung, sich mit Gleichgesinnten, mit Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens, anderer Lebensumstände und mit unterschiedlichstem Bildungsstand im positiven Sinne auseinanderzusetzen und Verständnis oder sogar Freundschaft zu finden. Auch junge Geflüchtete sollen deshalb die Möglichkeit zu einem FSJ erhalten. Gerade sie, die oft ihre Familien und Freunde zurückgelassen haben, benötigen besondere Unterstützung, um neue Freunde zu finden und aus der Isolation herauszukommen.

Im klassischen FSJ wie auch im FSJ-Int übernehmen die jungen Menschen Tätigkeiten in verschiedensten sozialen Bereichen wie beispielsweise in der Kranken- oder Altenpflege, in der Kinderbetreuung oder auch im Sport oder im Kulturbereich. Sowohl im klassischen FSJ wie auch im FSJ-Int werden die jungen Freiwilligen pädagogisch begleitet und nehmen an 25 Bildungstagen teil. Da jedoch sprachliche Barrieren oft ein Hindernis darstellen, liegt ein Schwerpunkt des FSJ-Int auf dem Erwerb der deutschen Sprache, der durch einen integrierten Sprachkurs gefördert wird und mit einer engen Begleitung der Freiwilligen verknüpft ist. Darüber hinaus werden zusätzliche Seminarstunden gefördert, deren Bildungsinhalte sich mit der veränderten Lebenssituation der Freiwilligen sowie der gesellschaftlichen Struktur in unserem Land befassen.

Freiwillige werden für Sprachkurse freigestellt

Das FSJ-Int ist wie das klassische FSJ eine Vollzeittätigkeit. Die Freiwilligen helfen mit bei der Versorgung und Betreuung von Kindern oder Jugendlichen, von alten, kranken oder behinderten Menschen. Anleitung und Unterstützung erfolgt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einsatzstelle. Für mindestens 170 Stunden sind die Freiwilligen für einen Sprachkurs freigestellt. Der Sprachkurs ist für die Freiwilligen kostenlos. Die Freiwilligen nehmen an Seminartagen und Seminarwochen zusammen mit anderen jungen Menschen teil, die ebenfalls einen Freiwilligendienst leisten. Sie werden zusätzlich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Trägers pädagogisch begleitet, um die Integration zu befördern und mögliche Anschlussperspektiven zu entwickeln.

Quelle: Ministerium für Soziales und Integration