Ausbildung für Flüchtlinge zum Feuerwehrmann

In Schwäbisch Gmünd betreiben Stadtverwaltung und Feuerwehr ein bisher einzigartiges Modellprojekt zur Integration von Asylbewerbern: Wer will und die nötigen Grundvoraussetzungen mitbringt, kann sich zu einem aktiven Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ausbilden lassen. Die ersten Flüchtlinge haben bereits gelernt, wie man mit Feuerlöschern und anderen Gerätschaften umgeht.

Die Nachfrage ist überraschend groß: Viel mehr Flüchtlinge als gedacht haben am ersten Informationstag der Gmünder Feuerwehr einen Personalbogen ausgefüllt und damit ihr Interesse bekundet, mehr als

40 junge Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Nigeria und anderen afrikanischen Ländern. Wichtigste Voraussetzung, um an einer regulären Grundausbildung zum Feuerwehrmann teilnehmen zu können, seien die Sprachkenntnisse, erklärt Kommandant Ralf Schamberger. „Im Einsatzfall darf es nicht zu Kommunikationsproblemen kommen. Das wäre eine Gefahr für alle Beteiligten“, betont er.

Das gemeinsame Konzept „Der Gmünder Weg zur Freiwilligen Feuerwehr“ sieht vor, dass die Kandidaten zunächst an vier Schnuppertagen die Aufgaben der Feuerwehr kennenlernen. Zudem müssen sie sich auch bei praktischen Übungen beweisen, etwa bei der Brandbekämpfung, der Rettung von Menschen aus Fahrzeugen oder dem richtigen Umgang mit ausgelaufenem Öl und anderem Gefahrgut. Dabei werde sich zeigen, so Schamberger, wer für eine Ausbildung in Frage komme. Zuvor steht auch noch die medizinische Untersuchung an, bei der die „Feuerwehrtauglichkeit“ bescheinigt werden muss.

Ziel des Gmünder Modellprojekts ist es, die Flüchtlinge zu integrieren und gleichzeitig die Schlagkraft der Feuerwehr zu stärken. Eine gute Idee, die zum Gmünder Weg passt, wie Ralf Schamberger findet. Einerseits ist die Feuerwehr etwas wie eine Familie, in der man schnell lernt, was wichtig ist in der Gesellschaft. Andererseits seien heute  deutlich weniger Feuerwehrleute tagsüber verfügbar als früher, der Bedarf sei also da, so der Gmünder Feuerwehrchef, bei dem  zwischenzeitlich interessierte Anfragen anderen Feuerwehren aus ganz Deutschland einlaufen. Schwäbisch Gmünd ist die erste Stadt, die eine solche Feuerwehrausbildung für Flüchtlinge anbietet. Bewährt sich das Modell, werden wohl viele andere Kommunen dem Beispiel folgen. (mh)