Ort der Begegnung: ein Jahr Café International

Foto: Freundeskreis Asyl Ostfildern

Vor einem Jahr hat der Freundeskreis Asyl Ostfildern das Café International im Stadtteil Ruit gegründet, seither hat es sich zu einem beliebten Treffpunkt und belebten Ort der Begegnung entwickelt. Weitere gute Beispiele dieser Art sollen folgen: Der Freundeskreis will in absehbarer Zeit in allen Stadtteilen ein solches Angebot machen.

Ein Flüchtling zeichnet arabische Schriftzeichen auf ein Blatt Papier, sein deutscher
Gesprächspartner malt diese nach. Gar nicht so einfach. 60 Leute reden durcheinander auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Mandinka und Farsi. Notfalls nimmt man Hände und Füße zu Hilfe. Willkommen im Café International. „Die Idee ist beim Deutschunterricht für Flüchtlinge entstanden“, erzählt Helga Fritz, die das Café gemeinsam mit ihrem Mann und Gertrud Binder vom Freundeskreis Asyl Ostfildern vor einem Jahr im Ostfilderner Ortsteil Ruit gegründet hat. „Man muss die Leute aus der Unterkunft holen und ihnen in angenehmer Atmosphäre Gesprächsangebote machen“, sagt sie.

Und der Erfolg gibt ihr Recht: In den vergangenen Monaten hat sich das Café International zu einem beliebten Treffpunkt und belebten Ort der Begegnung entwickelt. 50 bis 60 Menschen, überwiegend Flüchtlinge, kommen alle zwei Wochen an Mittwochnachmittagen in die Räume des Christusbundes in der Hummelbergstraße. Nachdem in die benachbarte Schillerschule Flüchtlinge eingezogen waren, waren es sogar hundert Cafébesucher.  „Vor allem die Syrer nutzen das Café als Treffpunkt“, berichtet Helga Fritz. Sie freut sich besonders, wenn auch die Frauen der Flüchtlinge und ganze Familien kommen. Hin und wieder setzt sich ein junger Syrer ans Klavier und unterhält die Gäste. Doch am liebsten wollen alle reden. „Selbst Nachbarn, die Flüchtlingen gegenüber eher zurückhaltend waren, schauen vorbei und kommen mit den Menschen ins Gespräch, verlieren ihre Scheu“, ergänzt ihr Mann.

Um das Café zu betreiben, braucht es derweil einiges an ehrenamtlicher Unterstützung. Für jeden Termin werden zehn bis zwölf Kuchen von engagierten Helferinnen gebacken. Von unschätzbarem Wert sind zudem Ehrenamtliche wie etwa  Margret Stoll, die nach langjährigen Aufenthalten im Nahen Osten gut arabisch spricht. „Alle Mitwirkenden sind engagierte Christen, die den Grundgedanken der Nächstenliebe aktiv umsetzen wollen“, sagt Ursula Zitzler, die beim Freundeskreis für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Weil das Café International so erfolgreich ist, gibt es zwischenzeitlich schon zwei „Ableger“, die ebenso intensiv nachgefragt werden: Das Café International im Stadtteil Scharnhausen, das immer am dritten Dienstag im Monat stattfindet, und das Café Vielfalt des Otto-Hahn-Gymnasiums, das an jedem ersten Mittwoch im Monat geöffnet hat. Darüber hinaus plant der Freundeskreis, in allen Stadtteilen ein solches Angebot zu machen.

Foto: Freundeskreis Asyl Ostfildern
Foto: Freundeskreis Asyl Ostfildern