Ressourcen-Häuser für das Ehrenamt

Ein Raum für Besprechungen, Beratung von einem Anwalt oder ein Zuschuss für ein Konzert: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Ehrenamtliche vor Ort benötigen. Um konkrete Unterstützung leisten zu können, fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 14 Houses of Resources. Initiator und Ideengeber für das Erfolgsmodell ist das Forum der Kulturen Stuttgart.

An die „Ressourcen-Häuser“ können sich Ehrenamtliche wenden, wenn sie Unterstützung benötigen – sei es in Form von Beratung, Räumen oder finanziellen Mitteln. Das Besondere an dem Konzept ist, dass es keine pauschale Fördersumme wie bei einem Projekt gibt, sondern anlassbezogen und bedarfsgerecht konkrete Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Entstanden ist die Idee für das House of Resources in Stuttgart, wo es seit Ende 2015 beim Forum der Kulturen Stuttgart betrieben wird. „Seit wir uns mit der Förderung von Migrantenorganisationen beschäftigen, suchen wir nach einer Förderform, die den Bedarfen in der Realität entspricht. Wir glauben sie hiermit gefunden zu haben“, so Rolf Graser, der Geschäftsführer des Forums.

Migrantenvereine schaffen Orte der Begegnung

Migrantenvereine sind wichtige Akteure im bürgerschaftlichen Engagement. Sie sind seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen zivilgesellschaftlich aktiv, beispielsweise in den Bereichen Kultur, Bildung und Sport, in der Entwicklungszusammenarbeit, für Geflüchtete und gegen Diskriminierung. Sie leisten einen maßgeblichen, zentralen Beitrag zur kulturellen Vielfalt unserer Gesellschaft, verfügen über ein enormes Potenzial und Expertise und setzen zahlreiche Vorhaben und Ideen mit Herz, Erfahrung und einer großen Hingabe in die Tat um. Sie planen und organisieren Veranstaltungen und schaffen Orte der Begegnung, sie halten Empowerment-Workshops für Vereinsaktive, geben muttersprachlichen Unterricht und Nachhilfe für Kinder und Jugendliche und sorgen für einen Austausch auf Augenhöhe.

Eine Ressource kann alles sein

All dieses Engagement kostet Vereine Kraft, Zeit und Finanzmittel – und genau hier setzt das Förderkonzept House of Resources an. „Wir bringen zusammen was zusammengehört, mit unseren Partnern und unseren maßgeschneiderten Ressourcen“, so Grasser. Der Begriff Ressourcen ist dabei weit gefasst. Weiterbildungen, fachliche Beratung zu vereinsrelevanten Themen oder die Vermittlung von Räumen gehören nach dem Verständis des Forums der Kulturen genauso dazu, wie notwendige Sachmittel für Fahrtkosten oder Honorarkosten, technische Geräte wie Beamer oder Laptop oder auch die praktische Unterstützung durch Fachleute, wie etwa die Hilfe durch eine Journalistin beim Verfassen eines Pressetextes oder Unterstützung bei der Suche nach Kooperationspartnern und Vermittlung von Kontakten. Kurzum: Eine Ressource kann erst einmal alles sein.