Ein Notruf hilft bei Diskriminierung und Gewalt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat einen Notruf für Flüchtlinge eingerichtet, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Volkszugehörigkeit in Gemeinschaftsunterkünften diskriminiert und drangsaliert werden. Wer sich per Mail meldet, bekommt konkrete Hilfe vermittelt. Und auch ehrenamtlich Engagierte können sich auf diesem Weg melden.

Insbesondere Flüchtlinge, die der Religionsgemeinschaft der Christen oder Jesiden angehören, werden nach den Erkenntnissen der Gesellschaft für bedrohe Völker (GfbV) in deutschen Flüchtlingseinrichtungen immer wieder drangsaliert. Deshalb sei ein Notruf für Mitglieder religiöser oder ethnischer Minderheiten eingerichtet worden, so ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation. Wer wegen seines Glaubens oder seiner Volkszugehörigkeit in Gemeinschaftsunterkünften von anderen Flüchtlingen „bedrängt, diskriminiert oder schikaniert“ werde, könne sich per E-Mail an help@gfbv.de wenden, betont der GfbV-Nahost-Referent Kamal Sido. Jeder Hinweis werde diskret behandelt und geprüft. In gravierenden Fällen werde konkrete Hilfe vermittelt. „Wir hören immer wieder vor allem von Jesiden und Christen, dass sie in Aufnahme-Einrichtungen von anderen Flüchtlingen schikaniert werden“, Täter seien  vorwiegend Muslime, sagt Sido, der selbst sunnitischer Muslim ist. Für die Opfer, die „vor islamistischen Tätern aus Syrien oder dem Irak geflüchtet sind“, sei es besonders problematisch, „wenn sie in Flüchtlingslagern in Deutschland wieder auf Menschen mit demselben Gedankengut treffen“, so der Nahost-Experte. „Ablehnung und Feindschaften gegen ethnische und religiöse Minderheiten wie in den Herkunftsländern der Flüchtlinge dürfen hier nicht fortgesetzt werden.“ Die GfbV wolle daher die Berichte Betroffener systematisch sammeln, prüfen und auswerten.