Die Suche nach wichtigen Dokumenten hat ein Ende

Im Nürtinger Stadtteil Oberensingen hat der Arbeitskreis Asyl für die Organisation der Flüchtlingsbetreuung ein einfaches aber effektives Hilfsmittel eingeführt: Einen Ordner für die vielen Dokumente und Papiere, der seinen festen Platz im Spind der Asylbewerber hat. 

Die Tage, an denen in allen Ecken des Wohnheims und in allen Taschen vergeblich nach wichtigen Papieren gesucht werden muss, gehören der Vergangenheit an. In der Regel reicht den ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Griff – und schon haben sie das Schreiben für die Krankenkasse oder das Formular des Esslinger Landratsamts in der Hand. „Seit wir das System mit den Ordnern eingeführt haben, ist die Arbeit hier um einiges leichter geworden“, sagt Helmut Püschel, der sich zusammen mit vielen anderen Ehrenamtlichen im Arbeitskreis Asyl Oberensingen in der Flüchtlingshilfe engagiert. „Das System hat sich sich zu hundert Prozent bewährt“, sagt er.

In dem Nürtinger Stadtteil Oberensingen werden Flüchtlinge aus Pakistan, Indien, Syrien und dem Irak untergebracht, deren Asylanträge noch geprüft werden. Manche von ihnen werden anerkannt oder geduldet, andere müssen wieder gehen. Entsprechend viel Bewegung ist in dem Wohnheim. Den praktischen Ordner, für den sich die Ehrenamtlichen ein einheitliches Registersystem ausgedacht haben, bekommen alle Neuankömmlinge als Willkommensgruß überreicht, zusammen mit anderen praktischen Dingen wie einem Handtuch und einem Duschgel. Auf jedem Zimmer steht zudem noch ein Locher, damit die Dokumente auch abgeheftet werden können. „Seither gehen wichtige Unterlagen viel seltener verloren“, erzählt Helmut Püschel.

Eingeführt worden sind die Ordner im Dezember 2013, die erste Ladung hat die Stadt Nürtingen gestiftet. Zwischenzeitlich wird die Aktion über Spendengelder finanziert, mehr als 60 Ordner sind schon verteilt worden.    Das Projekt bewirkt, dass die Flüchtlinge alle notwendigen Papiere während eines Asylverfahrens und auch später ohne viel Aufwand vorlegen können und im Gegensatz zu früher kaum noch ein Dokument verloren geht. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen auch gleichzeitig ins Gespräch, wenn sie erklären, wozu der Ordner gedacht ist und wie das System funktioniert“, sagt Püschel.

Zur Ordnung gezwungen wird in Oberensingen natürlich niemand, jeder Flüchtling kann selber entscheiden, ob er seine Unterlagen in einem Ordner abheften will oder nicht. Fast ausnahmslos alle würden das Angebot aber gerne annehmen, erzählt Helmut Püschel. „In der Flüchtlingsunterkunft haben sie lediglich ihren Spind als  Aufbewahrungsmöglichkeit. Da geht ein einzelnes Blatt Papier schnell mal verloren.“ (mh)

Fotohinweis: AK Asyl Oberensingen