Eine Internetplattform voller Hilfsangebote

Foto: Refugee Favorz/Johannes Grenzemann

Das Portal www.refugee-favorz.de ist Ende November 2015 mit dem Ziel gestartet, eine Plattform für direkte und unbürokratische Unterstützung von Migranten zu sein. Das Internetangebot ist bereits in vier Sprachen verfügbar und wird vor allem von jüngeren Flüchtlingen gut angenommen. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

Ein ehrenamtlicher Helfer, der zusammen mit Freunden Filmabende in Flüchtlingsheimen organisiert, bietet kostenlos seine Dienste an. Eine Reinigungsfirma aus Pforzheim offeriert drei Praktikumsplätze für Flüchtlinge, die sich auf Deutsch oder Englisch bewerben können. Und ein IT-Unternehmen aus Karlsruhe hat fünf gebrauchte Notebooks an junge Flüchtlinge zu verschenken, „die diese zum Lernen und Studieren benötigen“, so das Angebot.

Der Name des neuen Internetportals www.refugee-favorz.de ist Programm: Gesucht und gefunden werden hier kleinere und größere Gefallen (engl. „favorz“), die jeder der will einstellen oder in Anspruch nehmen kann. Das kann die Ausrichtung eines Filmabends sein, genauso aber die Begleitung zu einem Behördengang. Gedacht und konzipiert ist das Portal aber auch, damit ehrenamtliche Helfer selbst nach Unterstützung für ihre Aktionen und Projekte fragen und sich auf diesem Weg unkompliziert mit anderen Helfern vernetzen können. Und auch die Flüchtlinge, die über die Internetplattform Angebote finden und nutzen sollen, können selber Hilfsanfragen veröffentlichen oder Einladungen aussprechen.
 
Ziel des Projekts sei, so der Wirtschaftsinformatiker Johannes Grenzemann,
„Flüchtlinge mit Menschen aus ihrer direkten Umgebung zusammenzubringen“, wie er sagt: „Die Plattform soll Menschen motivieren, etwas unentgeltlich zu tun, sich zu engagieren, ohne eine Gegenleistung zu verlangen.“ Um seinen „Online-Marktplatz der Begegnungen“ bekannt zu machen, den er selber entwickelt und umgesetzt hat, besucht der Baden-Badener abends und an den Wochenenden Flüchtlingsheime in der Umgebung und führt das Portal und seine Möglichkeiten vor. Vor allem die jüngere Generation der Flüchtlinge würde das Angebot begeistert annehmen, sagt er. In vier Sprachen ist das Portal bereits verfügbar, neben Deutsch, Englisch und Französisch auch in Arabisch. Weitere Sprachen sollen folgen.