Für einen Tag ins Traumland

Foto: Stefan Kopp

Auf Einladung des Arbeiter-Samariter-Bundes Baden-Württemberg (ASB) und der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) haben 200 Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten einen unvergesslichen Tag im Freizeitpark „Traumland“ auf der Schwäbischen Alb erlebt. 17 Arbeitskreise Asyl hatten sich für den Tagesausflug angemeldet - ein Erfahrungsbericht.

„Die Wasserbahn ist das Beste!“ Das ist die einhellige Meinung. Marianna, 10 Jahre, kommt aus Serbien und ist mit der Gruppe aus Backnang angereist. Sie ist seit drei Jahren in Deutschland, aber „so etwas wie hier habe ich noch nie gemacht“, erzählt sie strahlend. Auch Yalda, 11, ihre Schwester Nada, 7, und Milad, 9 Jahre, aus Afghanistan kommen glücklich und nass von der Wasserbahn. „Wir sind schon zwei Mal gefahren und wollen nachher nochmal“, so Yalda. Die drei haben noch viel vor, bevor sie mit dem Reisebus am Nachmittag wieder nach Altdorf fahren, wo sie untergebracht sind.

Hanna Käfer ist ehrenamtliche Betreuerin und kommt mit zwei weiteren Betreuerinnen und 18 Kindern aus Rastatt. „Unsere Kinder sind ganz neu hier in Deutschland. Die meisten kommen aus Syrien und sprechen fast kein Deutsch.“ Im Bus seien sie sehr aufgeregt gewesen, berichtet Hanna Käfer. „Dabei hatten sie eigentlich gar keine Vor-stellung davon, was sie erwartet.“ Sie zeigt auf die vor Freude kreischenden Kinder auf der „Wellen-Superrutsche“, der Riesen-Rutsche im Traumland und sagt strahlend: „Aber wenn man dieses ausgelassene Lachen hört, spürt man sofort, dass diese Kinder heute glücklich sind!“.

Auch Floriane Abedi, ehrenamtliche Betreuerin des Freundeskreises Ost aus Stuttgart freut sich am ausgelassenen Geschrei „ihrer“ zwölf Kinder. „Manche von ihnen waren monatelang in einer Turnhalle untergebracht, das hier heute zu erleben ist ein High-light“, so Abedi.

„Hier, Oma hat Wasser“, sagt Ortrud Sickert aus Vaihingen/Enz und gibt dem neunjäh-rigen Ahmed eine Flasche. Ortrud Sickert ist mit ihren drei „Enkeln“ Dora (4), Khadiya und Ahmed (beide 9) aus Syrien auf Einladung des ASB und der ASJ Baden-Württemberg ins „Traumland“ gekommen. Sie kümmert sich um die Kinder und ihre Eltern, seit sie vor fünf Monaten nach Vaihingen/Enz gekommen sind. „Ich habe selbst erlebt, wie die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg kamen“, erzählt sie. „Die Vor-stellung, kein Zuhause zu haben, ist einfach schlimm. Und diese Kinder haben zum Teil so Schreckliches erlebt, da ist es ein ganz besonderes Geschenk, das sie zu diesem Ausflug eingeladen wurden.“

Sehr großzügig hat auch das „Traumland“ selbst die Aktion unterstützt: Alle Beteiligten durften umsonst in den Park: „Die Kinder haben so viel Schlimmes erleben müssen, dass wir ihnen einfach ein paar schöne Stunden schenken möchten. Ich finde den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer viel lobenswerter!!“, sagt Ingrid Ehe vom Freizeitpark „Traumland auf der Bärenhöhle“.