So helfen wir in Herbrechtingen

(Herbrechtingen) Tipps aus der Praxis zu Kleiderspenden und Unterkunft von Gisela Bracht, die sich seit Dezember 2014 in der kleinen Gemeinde im Landkreis Heidenheim um geflohene Afrikaner und Syrer kümmert.

Kleiderspenden:

- Gespendete Kleidung nicht einfach bei den Flüchtlingen abgeben, sie sollten sie gezielt auswählen! Einen Euro für ein Kleidungsstück zu bezahlen ist fair, ergibt eine gewisse Wertschätzung und schützt vor Wegwerfen – ich hole jede Menge abgelehnter, verschmutzter, nicht mehr benötigter und weggeworfener Kleidung aus der Unterkunft.

- Sinnvoll wäre eine Reparaturstunde in der Woche, entweder als Treff oder an die Kleiderkammer angeschlossen, denn ein fehlender Knopf oder ein Fleck werden selten ausgebessert.

Unterkunft:

- Waschmaschinen aufstellen und Herde zur Verfügung stellen alleine reicht nicht. Durch unsachgemäßen Gebrauch entsteht Schaden, der bei den Bewohnerinnen und Bewohnern zu Frust und beim Amt zur Verärgerung führt. Daher müssen Einführung und Anleitungen bei den zuständigen Stellen eingefordert werden.

- Direkt nach der Ankunft in den Wohnungen Kalender, Abfallplan und Putzplan aufhängen sowie Mülltrennungssystem einführen. Putzmittel aus einer Gemeinschaftskasse das erste Mal gemeinsam einkaufen. Nachschauen ob alles klappt, Positives bestärken.
- Sinnvoll sind: eine Anschlagtafel für laufende Infos, Schuhablagen im Eingangsbereich, Spül- und Abwaschschüsseln, damit nicht so viel Wasser verbraucht wird, Abtropfgestelle für das nasse Geschirr.

Generell:

- Flüchtlinge in die Arbeit wo irgend möglich einbeziehen.

(Gisela Bracht)