„Welcome2Work“ soll Flüchtlingen zu Arbeit verhelfen

(Karlsruhe) Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie möchten die Situation der nach Deutschland geflüchteten Menschen nachhaltig verbessern. Dazu haben Sie die kostenfreie Jobvermittlungsplattform Welcome2Work ins Leben gerufen, die sich speziell an Geflüchtete richtet.

Entstehungsgeschichte

Welcome2Work ist ein Projekt, welches von Studierenden der Hochschulgruppe „Enactus KIT“ am Karlsruher Institut für Technologie ins Leben gerufen wurde. Enactus ist eine internationale, gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unternehmerisch und sozial zu agieren, um Dritten nachhaltige Perspektiven zu schaffen.

Einige Studierende der Hochschulgruppe in Karlsruhe haben sich bereits in Projekten wie ZICzac oder Flüchtlingszeit für Geflüchtete engagiert. Bei ZICzac gaben Studierende Deutsch Unterricht oder spielten mit den Geflüchteten Fußball. Flüchtlingszeit ist ein Projekt, welches aus den Erzählungen einzelner Migranten ein Buch zusammengestellt hat, um Berührungsängste und Vorurteile abzubauen und eine erfolgreiche Integration zu fördern.

In den Gesprächen mit Geflüchteten wurde immer wieder deutlich, wie gerne jeder Einzelne doch arbeiten würden, um sich einerseits zu finanzieren und andererseits selbstbestimmt ein Leben in Deutschland beginnen zu können. Wir haben uns daraufhin Mitte des vergangenen Sommersemesters überlegt, wie man den Wunsch nach einem Arbeitsplatz in Deutschland möglichst effektiv gerecht werden kann. Dabei entstand die Idee zu welcome2work.de einer Jobplattform speziell für Geflüchtete. Ziel ist es, die Arbeitssuche der Geflüchteten zu erleichtern und Unternehmen eine Stellschraube für den wachsenden Fachkräftemangel in Deutschland zu bieten. Uns sind die bürokratischen Herausforderungen bewusst, die mit der Anstellung von Geflüchteten einhergehen, jedoch sind wir überzeugt  dass das Projekt in Reihe mit anderen Initiativen ein starkes Signal an die Politik ist, um den Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete weiter zu erleichtern. Wir sehen ein regelmäßiges Einkommen als essentiellen Bestandteil für eine erfolgreiche Integration und sind daher davon überzeugt, dass die Initiative diese nachhaltig verbessern kann.

Das Projekt „Welcome2Work"

Welcome2Work ist ein gemeinnütziges, internetbasiertes Jobportal. Das Ziel ist es, die Arbeitssuche für Geflüchtete in Deutschland zu erleichtern und Unternehmen Zugang zu einem bisher unbeachteten Bewerberpool an qualifiziertem Personal zu bieten. Geflüchtete können sich auf unserer Website kostenlos registrieren und ein Bewerberprofil erstellen oder sich direkt auf offene Stellenausschreibungen bewerben. Die Bewerberprofile sind geschützt und nur durch registrierte Unternehmen sichtbar, die wiederum passende Bewerber direkt anschreiben können.

Momentan ist das Jobportal bereits in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch verfügbar, es sollen in Zukunft aber noch weitere Sprachen dazu kommen. Neben der bloßen Jobplattform möchten wir ab kommendem Wintersemester gezielte Informationen zum Einstellungsprozess von Geflüchteten bereitstellen, um mehr Transparenz zu schaffen. Darüber hinaus werden wir lokale Workshops im Raum Karlsruhe anbieten. Dort sollen Geflüchtete alles rund um das Thema Arbeiten in Deutschland erfahren und lernen wie man beispielsweise eine Bewerbungsmappe erstellt. In Zukunft sind auch Kooperationen mit Bildungseinrichtungen zur Aus- und Weiterbildung von Geflüchteten denkbar.

Im Moment sind wir dabei, die Prozesse auf der Website nach den Ansprüchen und Wünschen der Geflüchteten und Unternehmen weiter zu verbessern. Hierfür haben wir Umfragen erstellt, sodass die Zielgruppen selbst aktiv mitgestalten können und es zu einem gemeinsamen Projekt wird, um die Situation für alle Beteiligten zu verbessern. Da der Bekanntheitsgrad des Projekts der entscheidende Erfolgsfaktor ist, versuchen wir momentan möglichste viele Geflüchtete, Unternehmen und ehrenamtliche Helfer von unserem Projekt zu überzeugen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Initiative Welcome2Work weitertragen würden. Außerdem freuen wir uns sehr über Ihre Anregungen und Ideen. (Kilian Schürger)

Fotos:  Simon Jobst