Zum Schutz von Frauen und Kindern

Foto: Markus Heffner

Eine Initiative aus verschiedenen Sozialträgern hat gemeinsam Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften erarbeitet – von der Schulung des Personals bis hin zu abschließbaren Räumen. Die Standards werden derzeit im Rahmen von Pilotprojekten im ganzen Land umgesetzt und sollen als Beispiel für andere Einrichtungen dienen.

Unter dem Dach der Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ haben das Bundesfamilienministerium und das Kinderhilfswerk UNICEF gemeinsam mit einer Vielzahl an Sozialträgern Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften erarbeitet. Diese Mindeststandards, die bereits Ende Juli veröffentlicht worden sind, bilden erstmals eine bundesweit einheitliche Grundlage, um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen vor Gewalt sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern.

„Wir müssen alles dafür tun, damit Kinder, Jugendliche und Frauen in den Flüchtlingsunterkünften geschützt sind und sich sicher fühlen. Ich danke allen Partnern dafür, dass wir für diesen Schutz jetzt ganz praktische Anforderungen formuliert haben, die alle Unterkünfte einhalten sollten“, betonte Bundesministerin Manuela Schwesig. „Darüber hinaus halte ich eine bundesgesetzliche Regelung für erforderlich, die Träger von Flüchtlingsunterkünften zur Entwicklung, Anwendung und regelmäßigen Überprüfung genau solcher Schutzkonzepte verpflichtet. Dazu sind wir in guten Gesprächen mit den Bundesländern.“

Aktuell wird in bundesweit 25 Einrichtungen an ausgewählten Standorten modellhaft erprobt, wie die Mindeststandards umgesetzt werden können und welche positiven Effekte sich daraus für die Betroffenen sowie auch die Mitarbeitenden in den Unterkünften, die Träger und die Kommunen ergeben. Zu den ausgewählten Einrichtungen zählt unter anderem die Gemeinschaftsunterkunft auf dem Ulmer Eselsberg. Von ihren bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung haben die Sozialarbeiter der Einrichtung nun bei einer Regionalkonferenz im Stuttgarter Hospitalhof berichtet. Geplant sind bundesweit sieben solcher Konferenzen, um in einem größeren Kreis an Beteiligten anhand konkreter Umsetzungsbeispiele aufzuzeigen, wie eine Implementierung vor Ort gelingen kann. Ziel der Regionalkonferenzen ist es, den Verantwortlichen in Ländern und Kommunen sowie bei Wohlfahrtsverbänden, Trägern von Flüchtlingsunterkünften und Organisationen der Zivilgesellschaft praxisnahe Unterstützung und Anregungen bei der Einführung und Umsetzung von Schutzstandards zu bieten.

Die Mindeststandards sollen als Leitlinien für die Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten in jeder Form von Flüchtlingsunterkunft gelten und erstrecken sich insbesondere auf die Bereiche Personal, strukturelle und bauliche Voraussetzungen bis hin zum Risikomanagement bei Gewalt- und Gefährdungssituationen und dem Monitoring der erzielten Fortschritte. Bei der Entwicklung der Mindeststandards floss das nationale Erfahrungswissen aller beteiligten Organisationen und die internationale Expertise von UNICEF, Plan International Deutschland und Save the Children ein. Fachlich beteiligt waren die Arbeiterwohlfahrt, der bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V., der Paritätische Gesamtverband, der Deutsche Caritasverband e.V., das Deutsche Institut für Menschenrechte, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Deutschland, DITIB - Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, die Frauenhauskoordinierung, die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention sowie der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs.