Charta der Vielfalt als wichtiger Wegweiser

Die Landesregierung hat Anfang Dezember ihren zweiten Bericht über die Umsetzung der „Charta der Vielfalt“ innerhalb der Landesverwaltung veröffentlicht und die Förderung von Vielfalt als zentrale Leitlinie ihres Handelns bekräftigt. „Die Charta ist für uns ein wichtiger Wegweiser, wie wir unsere Kultur der Vielfalt im Alltag erfolgreich leben können“, betont Sozialminister Manne Lucha.

Der zuständige Minister für Soziales und Integration, Manne Lucha, verwies in diesem Zusammenhang auf die Ziele der Charta. „Sie steht für Offenheit und Toleranz – besonders dort, wo die Persönlichkeit eines Menschen berührt ist. Das ist ein wichtiges Signal. Denn Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung dürfen kein Grund sein, jemanden auszugrenzen. Die Charta der Vielfalt ist für uns deshalb ein wichtiger Wegweiser, wie wir unsere Kultur der Vielfalt im Alltag erfolgreich leben können“, so der Minister.

Der diesjährige Bericht zeige deutlich, wie vielfältig die „Charta der Vielfalt“ in der Landesverwaltung umgesetzt werde. Exemplarisch nannte Lucha, dass zahlreiche Ministerien und Behörden Rücksicht auf religiöse Feiertage, Festzeiten und Fastenzeiten nehmen, die in Deutschland bislang keinen Schutz genießen. Auf Antrag erhielten die Beschäftigten an diesen Tagen Urlaub oder Arbeitszeitausgleich.

Das Land fühlt sich der Charta verpflichtet

Zu den weiteren Maßnahmen und Projekten innerhalb der Landesverwaltung gehöre auch, dass beispielsweise das Staatsministerium in Stellenausschreibungen darauf hinweise, dass sich das Land den Inhalten und Zielen der Charta verpflichtet fühle. Bei der Besetzung von Teams werde im Staatsministerium auf eine möglichst heterogene Zusammensetzung geachtet. Außerdem erhielten alle neuen Mitarbeiter eine Online-Schulung zu den Inhalten und Zielen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, um Benachteiligungen und Diskriminierungen am Arbeitsplatz vorzubeugen.

Das Ministerium für Soziales und Integration finanziert seit dem Jahr 2013 mehr als 600 eintägige interkulturelle Qualifizierungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Beschäftigte der Landesverwaltung und der kommunalen Verwaltungen. „Ziel ist es, die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst weiter zu stärken“, betonte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

Angebot an islamischer Seelsorge wird ausgeweitet

Das Justizministerium stärkt diese Kompetenzen durch Qualifizierungsmaßnahmen für Richterinnen und Richter sowie für Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Im Rahmen des Projekts „Richtig. Ankommen. Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge.“ engagieren sich diese seit Mai dieses Jahres auf freiwilliger Basis als Dozentinnen und Dozenten im Rechtsstaatsunterricht für Geflüchtete. Außerdem haben die Beschäftigen die Möglichkeit, an internationalen Hospitationsprogrammen und Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Des Weiteren wird das Angebot an islamischer Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten vom Justizministerium fortlaufend ausgeweitet.

Innerhalb des bestehenden Kooperationsprogramms „Schule – Verein“ hat das Kultusministerium eine neue Förderlinie „Integration“ eingerichtet. Das Ministerium bezuschusst regelmäßige, außerunterrichtliche Spiel-, Übungs- und Trainingsgruppen in den verschiedensten Sportarten, an denen Schülerinnen und Schüler mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam teilnehmen. Die Angebote werden von Sportfachkräften aus den Vereinen betreut.