Klick für Klick durch die Gerüchteküche

Immer wieder werden im Internet Meldungen aller Art über Straftaten durch Flüchtlinge verbreitet, die sich später als falsch herausstellen. Die Online-Karte Hoaxmap will solche Gerüchte als Falschmeldung identifizieren und widerlegen, was auch schon in etlichen Fällen gelungen ist.

Die meisten Deutschen heißen die Flüchtlinge willkommen, aber den hilfesuchenden Menschen aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern schlägt auch Hass und Ablehnung entgegen. Damit verbunden sind oft auch pauschale Vorurteile, die meist anonym in sozialen Netzwerken gestreut werden und sich dort besonders schnell verbreiten. Fast jeden Tag taucht irgendwo eine neue Geschichte über Asylbewerber auf, die angeblich prügeln, stehlen, vergewaltigen.

Bekannt geworden ist beispielsweise der Fall eines 13-jährigen Mädchens, das angeblich 30 Stunden lang von Migranten festgehalten und vergewaltigt wurde. Im Internet brach ein Sturm der Entrüstung los, nachdem der Fall publik geworden war. Und weil das vermeintliche Opfer Russlanddeutsche war, kam es sogar zu diplomatischen Unstimmigkeiten zwischen Russland und Deutschland. Bei den Recherchen durch verschiedene Medienvertreter stellte sich hinterher allerdings heraus, dass alles frei erfunden war.

Geschichten wie diese werden seit Anfang Februar auf der interaktiven Karte Hoaxmap mit dem Ziel gesammelt und veröffentlicht, Falschmeldungen über Straftaten von Flüchtlingen zu entlarven. Ein Klick in die interaktive Google-Maps-Karte führt zu dem betreffenden Ort und dem Gerücht, das mit ihm in Verbindung steht. Ein Link leitet weiter zur Berichterstattung der regionalen Presse oder zu  entsprechenden Polizeiberichten. Initiiert worden ist das Projekt von einer Leipziger Studentin, die etwas unternehmen wollte gegen die vielen Falschmeldungen.  „Die Hoaxmap ist aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen", heißt es auf der Website. (mh)