Partizipation über die Jahrhunderte

Die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, und das Haus der Geschichte haben gemeinsam den Online-Kalender „Des Volkes Stimme“ zusammengestellt, der die Facetten von Bürgerbeteiligung in den letzten zwei Jahrhunderten dokumentiert. Illustriert wird darin auch der vielfältige Einsatz der Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Integration.

Der Online-Kalender bietet multimediale Beiträge zu markanten Daten der Partizipation im deutschen Südwesten. Was initiierten die Mössinger, um an den Generalstreik gegen Hitler in ihrem Ort zu erinnern? Wie prägend war in den 1990er Jahren das Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit? Was denken Passanten heute über den Kampf der 1848er um bürgerliche Rechte? „Die Geschichte Württembergs und Badens zeigt deutlich: Ohne Einmischung in die eigenen Angelegenheiten gibt es keinen Fortschritt und keine Demokratie“, betont Gisela Erler: „Dass sich aktuell so viele Menschen gemeinnützig einsetzen, hat eine lange Tradition. Unser Projekt soll vor allem ermuntern sich zu engagieren.“

Den Geschichten und Schicksalen auf der Spur

Das Gemeinschaftsprojekt der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung und des Hauses der Geschichte stellt die Tradition und die Vielfalt der Bürgerbewegungen im Südwesten dar und spürt den Geschichten und Schicksalen hinter den weit mehr als hundert Daten nach. Illustriert wird dabei die Entwicklung der Partizipation im Land vom 200. Jahrestag der badischen Verfassung (22. August 2018) bis zum 200. Jahrestag der württembergischen Verfassung (25. September 2019). Ein Zeitraum, der vor allem eines zeigt, so der Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Der starken Stimme des Volkes haben wir im Südwesten die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu verdanken: die Freiheit und die Demokratie.“