Kampagne mit den letzten Männern von Aleppo

Für die meisten Menschen in Europa ist es kaum vorstellbar, welche Folgen der Krieg in Syrien und anderen Ländern mit sich bringt und welchen Schrecknissen die Menschen ausgesetzt sind. In Anlehnung an den preisgekrönten Film „Die letzten Männer von Aleppo“ ist nun eine Webseite entwickelt worden, die zeigt, wie deutsche Städte unter diesen Bedingungen aussehen würden.

Wer wissen will, wovor die Menschen aus Syrien fliehen, der sollte sich die zwischenzeitlich preisgekrönte Dokumentation „Die letzten Männer von Aleppo" ansehen. Zwei Jahre lang haben die Dokumentarfilmer den Syrer Khaled und einige andere Mitglieder der so genannte „Weißhelme“ begleitet  - Bewohner von Aleppo, die vor dem Bürgerkrieg normale Berufe hatten oder studierten und heute nach Angriffen in den Trümmern nach Verletzten und Toten suchen. Die freiwilligen Helfer tragen bei ihrer Arbeit keine Waffen, nicht selten werden sie bei ihren Rettungsätzen selbst beschossen.

Stadt aus Schuttbergen

Der erschütternde Film zeigt dabei auch, dass ganze Stadtviertel in Aleppo nur noch aus Schuttbergen bestehen. In den vergangenen fünf Jahren wurden die meisten Einwohner getötet oder vertrieben, ein normales Leben ist in Aleppo schon lange nicht mehr möglich. Um den Menschen in Europa zu vermitteln, wie ihr Heimatort aussehen würde, wenn ihm das Gleiche widerfahren würde wie Aleppo, wurde nun in Anlehnung an den Film eine neue Webseite entwickelt. Sie ist Teil einer Kampagne, die helfen soll, andere bedrohte Städte zu retten und die Menschen in Syrien vor dem Vergessen zu bewahren, wie Brita Hagi Hassan schreibt, der letzte Bürgermeister von Aleppo.

Das Ausmaß des Schreckens greifbar machen

Um das Ausmaß des Schreckens greifbar zu machen, wird auf der Webseite für eine beliebige Postleitzahl in Deutschland eine Statistik errechnet, wie viele Menschen in der Kommune bisher getötet worden wären, wie viele geflohen wären und wie viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen könnten, wenn dort das Gleiche geschehen wäre wie in Aleppo. „Für Aleppo kommt vielleicht jede Hilfe zu spät“, schreibt Brita Hagi Hassan in seinem Appell: „Aber für andere bedrohte Städte in Syrien können wir noch etwas tun. Bitte tun Sie alles, um in dieser ereignisreichen Zeit zu helfen, dass solches Leid nie wieder geschieht.“