Thesenpapier zum Thema Integration

Welche Rolle spielt die Kultur für das Zusammenleben in einer vielfältigen, weltoffenen Gesellschaft?  Um diese Frage zu beantworten, hat die Initiative Kulturelle Integration gemeinsam 15 Thesen erarbeitet. Nun konnten die Initiatoren ihr Thesenpapier „Zusammenhalt in Vielfalt“ Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichen.

„Von diesen 15 Thesen geht ein starkes und ermutigendes Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus", betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Podiumsdiskussion zur Vorstellung des Thesenpapiers in Berlin. „Staat, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartner und Migrantenverbände sprechen hier mit einer Stimme – so unterschiedlich ihre Haltung ansonsten auch sein mag." Einig seien sich alle Mitglieder in der Erkenntnis, dass gesellschaftliche Integration nur durch kulturelle Integration gelingen könne.

So bildet das Grundgesetz auch den Ausgangspunkt der vorgestellten Thesen. Vor allem in den ersten zwanzig Artikeln gebe es die „unverrückbaren Prinzipien des Zusammenlebens“ in der Bundesrepublik Deutschland. Weil jedoch allein auf Basis von Gesetzestexten kein gesellschaftlicher Zusammenhalt erwächst, unterbreiten die Thesen Lösungsvorschläge, um beispielsweise verschiedene kulturelle Gepflogenheiten miteinander in Einklang zu bringen, Geschlechtergerechtigkeit auch künftig zu gewährleisten und mit einer lebendige Debatten- und Streitkultur zu einer starken Demokratie beizutragen. Darüber hinaus stehen Themen wie Religion, Kunstfreiheit, Einwanderungsgeschichte, Toleranz, parlamentarische Demokratie, bürgerschaftliches Engagement, Bildung, Sprache, Erinnerungskultur, Arbeit und kulturelle Vielfalt im Fokus der Thesen.

„Die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft gilt es stets aufs Neue zu verteidigen“, betonten die Kulturstaatsministerin, ihre Amtskolleginnen- und kollegen auf Landesebene und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände in einer gemeinsamen Stellungnahme zur Vorstellung der Integrationsthesen. Die Kunst sei ein Lebenselixier der Demokratie. „Wer ihre freie Entfaltung angreift, rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Dem treten wir mit aller Entschiedenheit entgegen.“ Die Initiative kulturelle Integration wolle Künstlerinnen und Künstler, aber auch Bürgerinnen und Bürger ermutigen, für eine Kultur der Freiheit und eine freie Kultur einzustehen, die sich in Bund, Ländern und Kommunen entfalten könne, heißt es weiter in der Stellungnahme

Das Thesenpapier der Initiative ist dementsprechend als Einladung zum Weitersagen, Mitmachen und Mitdiskutieren angelegt. So bietet der Deutsche Kulturrat auf seiner Webseite die Möglichkeit zur Mitzeichnung und Mitgliedschaft in der Initiative an.