Der etwas andere Flyer: What is Schützenfest?

Flyer Stadtverwaltung Biberach

Die Stadtverwaltung Biberach hat sich zum Schützenfest eine ungewöhnliche „Werbemaßnahme“ erdacht: Einen Flyer, der Flüchtlingen in unterschiedlichen Sprachen erklärt, was es mit dem traditionsreichen Brauchtum auf sich hat und warum plötzlich mit Kanonen geschossen wird. Ein gelungenes Beispiel, wie vielfältig Integration betrieben werden kann.

Menschen in Festlaune und historischen Kostümen, Böllerschüsse aus Kanonen und altertümlichen Waffen: Ein Szenario, das vermutlich viele Fragen hinterlässt bei Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg und Zerstörung geflüchtet sind. Die meisten von ihnen haben wohl noch nie zuvor ein traditionelles Schützenfest mit seinen Bräuchen erlebt. „Damit können die meisten Flüchtlinge natürlich nichts anfangen, das wollen wir ändern“, betont Andrea Appel von der Stadtverwaltung Biberach.

In der oberschwäbischen Kommune sind innerhalb eines Jahres rund tausend hilfesuchende Menschen angekommen. Darunter nach Auskunft des Oberbürgermeisters Norbert Zeidler auch zahlreiche Asylbewerber, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland gekommen sind. Eine der Unterkünfte, in der die Asylbewerber untergebracht sind, liegt dabei direkt an der Straße, in der während des zehntägigen Festes die traditionsreichen Umzüge des Schützenfestes veranstaltet werden. Um das Brauchtum verständlich zu machen, hat die Stadtverwaltung zusammen mit der örtlichen Schützendirektion und etlichen Ehrenamtlichen nun einen Integrationsflyer entwickelt, der nicht nur über das Programm informieren soll, sondern auch über die Geschichte des Kinder- und Heimatfestes. Es gehe darum, den Flüchtlingen zu erklären, dass das Fest Ausdruck von Freude sei und viele Menschen dabei auch Alkohol trinken, so Andrea Appel.

Der Flyer, den die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der örtlichen Schützendirektion und Ehrenamtlichen entwickelt hat, wurde in einer Auflage von 5000 Stück gedruckt und in den verschiedenen Unterkünften der Gemeinde, in Grundschulen sowie den Nachbargemeinden verteilt. Die Erklärungen sind in fünf Sprachen verfasst worden: in Deutsch, Englisch, Französisch, Persisch und Arabisch.