Angebot für Flüchtlinge: Lernen im Container

Foto: Jürgen Unger

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hat drei Container mit Computerausstattung auf dem Firmengelände im Scharnhauser Park eingerichtet, um Flüchtlingen via Internet die Kommunikation mit ihren Familien zu erleichtern. Zwischenzeitlich werden die 14 PC-Plätze auch für Deutschkurse, Bildungsseminare und Mentorenprogramme genutzt.

Als „nachhaltige und innovative Hilfe für Flüchtlinge“ bezeichnet der Ostfilderner Oberbürgermeister Christof Bolay das Engagement der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT). „Es wäre sehr schön, wenn sich andere Firmen von diesem leuchtenden Beispiel anstecken lassen würden",  so das Stadtoberhaupt bei der Eröffnung der Container im Scharnhauser Park. Das Unternehmen hatte bereits Ende vergangenen Jahres die Idee, den Freundeskreis Asyl Ostfildern bei der Integration der Flüchtlinge zu unterstützen. Nach kurzem Vorlauf stellte DAT nun drei Container mit Computerausstattung auf das Firmengelände an der Niemöllerstraße im Scharnhauser Park.

Man wolle, so der Deutschlandchef Jens Nietzschmann, „die in unserer Heimatgemeinde angekommenen Menschen im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Wir tun dies durch das Bereitstellen von Räumlichkeiten, Hardware und Internetzugängen.“ Es sei sicher nicht falsch, „unser Engagement als Akt der Nächstenliebe einzustufen“, so Nietzschmann, der  gleichzeitig betonte, „dass wir schon im Interesse des Erhalts unseres gesunden und stabilen Gemeinwesens proaktiv etwas für die Integration fremder Menschen in unsere Gesellschaft tun müssen.“

Zwischenzeitlich hat der Freundeskreis Asyl Ostfildern ein Konzept für die Nutzung entwickelt. Auf den 14 PCs in den Containern sind neben Lernmaterialien auch Büro- und Präsentationsprogramme aufgespielt, damit die Flüchtlinge nicht nur Deutsch lernen können, sondern auch der Umgang mit im Beruf üblichen Programmen geübt werden kann. Das Angebot werde von den Flüchtlingen aus Ostfildern, darunter auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien, sehr rege genutzt, sagt die Freundeskreis-Vorsitzende Ursula Zitzler. Viele hätten inzwischen schon ihre Deutschkenntnisse mit Selbstlernprogrammen deutlich verbessern können.

Darüber hinaus werden die Räume auch für andere Projekte genutzt, etwa für das gemeinsame Mentorenprojekt der Bürgerstiftung Ostfildern, der Stadt und des Freundeskreises. Mentorinnen und Mentoren können im Rahmen dieses Projekts Flüchtlinge beim Spracherwerb, in der Freizeit, bei der Ausbildung oder dem Berufseinstieg unterstützen oder eine Patenschaft für einen Flüchtling übernehmen. Ein Beispiel, das möglichst Schule machen soll, so Ursula Zitzler, die sich wünscht, dass sich auch andere Unternehmen Flüchtlingen gegenüber bei der Integration in den Arbeitsmarkt offen zeigen, wie sie sagt: „Für die Flüchtlinge, von denen inzwischen viele ordentlich Deutsch sprechen, benötigen wir  dringend Praktika-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze.“

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