Sprachförderung für geflüchtete Frauen

Foto: Schwarzwälder Bote / Monika Braun

In der Gemeinde Baiersbronn im Schwarzwald werden seit dem Sommer Sprachkurse für Frauen angeboten, die sich nicht nur an Flüchtlinge richten, sondern auch an ausländische Mitbürgerinnen. Initiiert hat den Kurs die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Nanette Popp, die auf diesem Weg gleichzeitig soziale Kompetenzen und kulturelle Werte vermitteln will. „Nur so kann Integration gelingen“, sagt sie.

Werden Sprachkurse angeboten, sind es in der Regel Männer, die daran teilnehmen. Kinder lernen meist schnell in der Schule oder im Kindergarten Deutsch. Den meisten Frauen dagegen bleibt der Zugang zur neuen Sprache oft verwehrt. „Sie können an den regulären Sprachkursen wegen der Kinder meist nicht teilnehmen und bleiben daher auf der Strecke“, sagt Nanette Popp. Um auch jungen Frauen die Chance zu ermöglichen, die deutsche Sprache zu erlernen und damit den Grundstein für Integration zu legen, hat die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte in der Gemeinde Baiersbronn eine besondere Art der Sprachförderung ins Leben gerufen.

Frauen sollen sich als Individuum wahrnehmen

Der Kurs, der je nach Sprachniveau in zwei verschiedenen Gruppen durchgeführt wird, richtet sich explizit auch an ausländische Mitbürgerinnen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Gleichzeitig gehe es in dem Unterricht auch darum, so Nanette Popp, soziale Kompetenzen und kulturelle Besonderheiten zu vermitteln. „Die Frauen sollen sich hier ganz auf sich konzentrieren und sich als Individuum wahrnehmen können“, betont sie.     

Vier Tage in der Woche Deutschunterricht

Rund 15 Frauen aus Afghanistan, Syrien, Griechenland, Rumänien und anderen Nationen werden seither drei Mal die Woche jeweils zwei Stunden lang von erfahrenen Sprachlehrern unterrichtet. Seit November treffen sich die Teilnehmerinnen auf eigene Initiative sogar an vier Tagen in der Woche, was für Nanette Popp ein sicheres Zeichen ist, dass die Gruppe zusammenwächst und das Angebot gut angenommen wird. „Die Frauen sind auf einem sehr guten Weg und machen große Fortschritte.“   

Kooperation mit vielen Partnern vor Ort

Ermöglicht wird diese besondere Sprachförderung durch Kooperationen mit vielen Netzwerkpartnern vor Ort. So unterstützt der Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes, der neu angekommene Migrantinnen und Migranten bei ihrer sprachlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Integration in die Gesellschaft begleitet, das Projekt finanziell. Und auch das Amt für Migration und Flüchtlinge Freudenstadt beteiligt sich mit einem Zuschuss. Die Methodistische Kirche in Baiersbronn wiederum stellt kostenlos Räume für die Kurse zur Verfügung. Eigentlich sollte der Kurs nur drei Monate dauern“, sagt Nanette Popp. „Weil alles so gut läuft, haben wir ihn zwischenzeitlich verlängert.“