„83 – Konstanz integriert“: Ein Wohnprojekt für Flüchtlinge

Eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger aus Konstanz hat sich vorgenommen, 83 Flüchtlingen eine Wohnung oder ein Zimmer in der Stadt zu vermitteln. Eine Idee mit Symbolcharakter. Bei 83.000 Einwohnern sollen tausend Konstanzer für eine Vermittlung stehen. Ziel des Wohnprojekts ist es auch, eine ganze Stadt in die Flüchtlingshilfe einzubinden. 

Bereits zweieinhalb Monate nach Start der Kampagne „83 – Konstanz integriert“ hatten die Initiatoren den ersten Meilenstein erreicht: Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten für Flüchtlinge 43 Wohnmöglichkeiten in privaten Unterkünften zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich werden auf der Webseite zur Kampagne bereits 54 Zimmer angeboten. Entsprechend groß ist die Freude unter den Mitarbeitern der Initiative: „Wir haben nicht zu hoffen gewagt, dass wir schon nach zweieinhalb Monaten Bergfest feiern können“, sagt Till Hastreiter, einer der drei Initiatoren des Projekts. Er freut sich mit seinen Mitstreitern sehr über die große Offenheit der Konstanzer und ihre Bereitschaft, Flüchtlingen ein Ankommen in Konstanz in einem neuen Zuhause zu ermöglichen. Die Kampagne ist in der Bürgerschaft auf positive Resonanz gestoßen: „Wir werden von vielen Seiten großartig und vor allem unbürokratisch unterstützt“, sagt Mitinitiator Professor Andreas Bechtold von der Hochschule Konstanz. Und Nicole Dillschnitter, die Dritte im Bunde, berichtet: „Viele Bürger unterstützen unseren Ansatz, dass gemeinsames Wohnen das beste Integrationssprungbrett ist, das es bei Migration geben kann.“

Die Initiatoren wollen zum einen Bürger ermutigen, Flüchtlingen ungenutzten Wohnraum anzubieten, beispielsweise ein leer stehendes Kinderzimmer oder eine ungenutzte Einliegerwohnung. Zum anderen hat die Initiative selbst ein dreiköpfiges Vermittlungsteam aufgebaut, das Mieter und Vermieter zusammenbringt, um das Verfahren für die Vermieter zu vereinfachen. Die Miete wird in der Regel vom Jobcenter übernommen und ist damit gewährleistet. Die Flüchtlinge sollen die Möglichkeit haben, im Kontakt mit Konstanzern Leben und Alltag in Deutschland unmittelbar kennenzulernen. Um die Aktion zu bewerben und möglichst die ganze Stadt einzubinden, haben die Initiatoren seit dem Start mit verschiedenen Aktionen auf die Wohnraumvermittlung aufmerksam gemacht. Unter anderem machen an fünf Standorten über drei Meter hohe Ziffern Werbung für das Projekt, beispielsweise an der Moschee. In einer Projektion auf den Münsterturm ist der jeweils aktuelle Stand der angebotenen Unterkünfte in einem Countdown zu sehen. Zudem wird immer wieder zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen.