Privater Wohnraum für Asylbewerber gesucht

Die Stadt Esslingen hat die Leitstelle Wohnen und eine Online-Plattform eingerichtet, um die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zu bewältigen. Im Rahmen des Projekts „vermiet.ES“ werden die Bürgerinnen und Bürger der Kommune gebeten, für bleibeberechtigte Menschen mit Fluchterfahrung Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die Zahl der Zuflucht suchenden Flüchtlinge ist zwar deutlich gesunken, gleichzeitig steigt aber der Bedarf an Kapazitäten für die gesetzlich vorgeschriebene Anschlussunterbringung. Sobald über einen Asylantrag entschieden wurde, spätestens aber nach 24 Monaten, müssen Asylbewerber die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen. Danach sind die Kommunen verpflichtet, die bleibeberechtigten Menschen mit Wohnraum zu versorgen. Die Stadt Esslingen geht davon aus, dass 2016 und 2017 einschließlich des Familiennachzugs jeweils bis zu 600 Menschen untergebracht werden müssen. Stadt und Gemeinderat haben daher vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Aufgabe zu bewältigen. Ergänzend dazu baut die Kommune nun auch auf die Unterstützung durch private Eigentümer.

Bereits im Februar haben Oberbürgermeister Jürgen Zieger und Vertreter der beiden großen Kirchen dazu aufgerufen, leer stehenden Wohnraum an weniger privilegierte Menschen zu vermieten, dazu zählen auch Menschen in der Anschlussunterbringung. Dieser Appell hat nach Angaben der Stadtverwaltung bereits zahlreiche positive Rückmeldungen von privaten Vermietern bewirkt. Nun hat die Stadt beim Amt für Soziales und Sport eine Leitstelle Wohnen eingerichtet, die eingehende Angebote koordiniert und Eigentümer zu den Mietkonditionen und Anmietverfahren der Stadt berät. Die Leitstelle prüft die eingehenden Wohnungs- oder Gebäudeangebote auf deren Eignung und nimmt Kontakt zu den Eigentümern auf. Die Miethöhe orientiert sich am aktuellen Esslinger Mietspiegel, ferner bietet die Stadt als verlässlicher Vertragspartner Mietsicherheit.