Integrationsbeirat nimmt Arbeit auf

Wie kann gleichberechtigte Teilhabe und gesellschaftlicher Aufstieg von Menschen mit Migrationshintergrund gelingen? Mit diesen und anderen Themen beschäftigt sich seit Anfang Februar der neu gegründete Beirat für Integrationspolitik, in dem 13 Persönlichkeiten unterschiedlicher Professionen vertreten sind. Ein Novum und Ausdruck für den hohen Stellenwert, den die Integrationspolitik für das Land hat, so Integrationsminister Manne Lucha.

Der Landesbeirat sei kein Feigenblatt, betonte Minister Manne Lucha. Er solle vielmehr das Scharnier sein zwischen Politik, den integrationspolitischen Akteurinnen und Akteuren sowie den Menschen vor Ort, so der Minister weiter. „Ich freue mich, dass wir Beiratsmitglieder aus ganz verschiedenen Bereichen und mit ganz verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema für den Beirat gewinnen konnten. Sie sind Berater und Beraterinnen sowie Impulsgeber für neue Initiativen und Ideen für die Integrationspolitik“, so Lucha.

Eines der zentralen Themen, mit denen sich das Gremium bei seinem ersten Treffen Anfang Februar war das „Aufstiegsversprechen“. Dazu Minister Lucha: „Menschen mit vielfältiger Herkunft werden sich in Deutschland dann zugehörig fühlen und Verantwortung übernehmen, wenn sie die Chance auf gleichberechtigte Teilhabe haben und wenn das Aufstiegsversprechen auch für sie gilt.“ Doch welche Rahmenbedingungen braucht es neben Fleiß, Talent, Leistungs- und Lernbereitschaft, um das Potenzial und die Ressourcen der Integrationswilligen auszuschöpfen? Darüber diskutierten die Beiräte nicht zuletzt auch auf Grundlage ihrer eigenen Biografien und Erfahrungen.

Baden-Württemberg sei ein Land der Vielfalt. Mehr als ein Viertel der Menschen hierzulande hätten internationale Wurzeln, so der Minister. „Integrationspolitik ist damit keine Nischenpolitik, sondern Zukunftspolitik und entscheidend für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“ Gute Integrationspolitik gelinge jedoch nur durch intensiven Dialog, Austausch und gegenseitige Impulse. Viele Menschen seien durch die gesellschaftlichen Veränderungen und den Anstieg der Zahl der Geflüchteten verunsichert. „Vielfalt bereitet einem Teil der Bevölkerung auch Sorge, die sich in Vorurteilen, Abgrenzung und Aggressionen äußern kann. Das macht unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung und unsere vielfältige Gesellschaft verletzlich. Gelingende Integrationsprozesse brauchen daher das Engagement von Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte gleichermaßen. Integration ist also kein Sonderformat für Menschen mit Migrationshintergrund“, betonte der Integrationsminister.

Ergänzende Informationen:

Das Partizipations- und Integrationsgesetz des Landes aus dem Jahr 2015 ist Grundlage für die Arbeit des Landesbeirats. In das neue Expertengremium, das in der Regel zweimal im Jahr tagen wird, konnten hochkarätige Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Kirchen / öffentlich -rechtliche Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege, Verwaltung und Gesellschaft berufen werden. Sie können  mit ihrer Sachkompetenz in zentralen Fragen der Integrationspolitik wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung und Ausgestaltung dieses Politikbereiches im Land geben.

Die Expertinnen und Experten des Integrationsbeirats sind:

•   Claudemir Jerônimo Barreto / Cacau (Sportler)
•   Hilda Beck (Ehrenamtlich Engagierte und Vereinsvorsitzende)
•   Isaac Gonzales (Lehrer)
•   Anna Koktsidou (Journalistin)
•   Dejan Perc (Vorsitzender Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen)
•   Gökay Sofuoğlu (Sozialpädagoge)
•   Dr. Eduardo Garcia (Unternehmer)
•   Renato Gigliotti (Polizist)
•   Roswitha Keicher (Integrationsbeauftragte der Stadt Heilbronn)
•   Susanne Jakubowski (Religionswissenschaftlerin)
•   Prof. Dr. Havva Engin (PH Heidelberg)
•   Dr. Pia Gerber (Freudenberg Stiftung)
•   Jürgen Blechinger (Jurist, Liga der freien Wohlfahrtspflege/Diakonie)