Land fördert Intensivsprachkurse vor der Ausbildung

Das Ministerium für Soziales und Integration hat ein Programm für Stadt- und Landkreise aufgelegt, um zusätzliche Intensivsprachkurse für junge Geflüchtete vor Beginn ihrer Ausbildung zu fördern. Mit Hilfe der ausbildungsvorbereitenden Sprachkurse sollen bestehende Lücken geschlossen werden, so Integrationsminister Manne Lucha: „Ausbildung ist eine zentrale Weichenstellung, damit Integration gelingt.“

Junge Geflüchtete, die eine Ausbildung beginnen, sollen die Möglichkeit bekommen, in Intensivsprachkursen ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern. Das hat Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha Anfang Juni bekannt gegeben. Stadt- und Landkreise, die ein entsprechendes Angebot bereithalten, erhalten hierfür eine Landesförderung.

„Ausbildung ist eine zentrale Weichenstellung, damit Integration gelingt. Nicht bei allen Geflüchteten reichen die bereits erworbenen Deutschkenntnisse aus, um in der Berufsausbildung gut mitzukommen. Hier wollen wir mit ausbildungsvorbereitenden Sprachkursen bestehende Lücken schließen und jungen Geflüchtete zur besseren Ausbildungsreife verhelfen“, erklärte Minister Lucha.

Crashkurs in den Sommerferien

In den berufsvorbereitenden Bildungsgängen an den beruflichen Schulen erwerben die Schülerinnen und Schüler zumeist ein Sprachniveau bis B1. Dieses genüge für eine Berufsausbildung vielfach nicht. Deshalb sollen junge Geflüchtete die Möglichkeit erhalten, vor Beginn einer Ausbildung ihre Deutschkenntnisse in einem siebenwöchigen Intensivsprachkurs in den Sommerferien zu verbessern.

„Wir freuen uns mit jeder und jedem, die einen Ausbildungsplatz bekommen haben und wollen durch das Angebot des Crashkurses zu einer erfolgreichen Ausbildung beitragen. Auch für diejenigen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sondern zunächst eine Einstiegsqualifizierung über die Bundesagentur für Arbeit beginnen, legen wir gemeinsam mit den Stadt- und Landkreisen ein Angebot auf“, erläuterte der Minister die Initiative. „Wir agieren hier in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Denn die beiden Sprachkursformate setzen voraus, dass Berufsschulen, Ausbildungsbetriebe, die Stadt- und Landkreise, Sprachkursanbieter sowie die Agenturen für Arbeit und Jobcenter an einem Strang ziehen. Alle Seiten haben ein großes Interesse an diesem neuen Angebot.“

Sinnvolle Ergänzung

Die Kurse müssen in die Zeit zwischen Schulende und Ausbildungsbeginn bzw. parallel zur Einstiegsqualifizierung im Betrieb passen. „Sprache ist der Schlüssel für Integration. Baden-Württemberg geht hier den richtigen Weg. Die beiden Sprachkursformate setzen an der wichtigen Schnittstelle Übergang Schule-Beruf an und ergänzen sinnvoll das Angebot des Bundes“, sagte Christian Rauch, Vorsitzender der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Weitere Unterstützung bekommen die Geflüchteten durch die vom Wirtschaftsministerium geförderten Kümmerinnen und Kümmerer, die sie während der Sprachkurse und beim anschließenden Übergang in Ausbildung begleiten.

Gefördert werden die neuen Kurse mit Mitteln des Pakts für Integration. Zuwendungsempfänger sind in beiden Fällen die Stadt- und Landkreise, die über ihr Netzwerk die Kurse organisieren.