Registrierungszentrum in Heidelberg fährt Kapazität hoch

In der ehemaligen US-Siedlung Patrick-Henry-Village können ab Ende November nach dem Umbau und der Inbetriebnahme von 40 Schaltern bis zu 600 Flüchtlinge am Tag registriert werden.

Als die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney und Innenminister Reinhold Gall Mitte Oktober das Registrierungszentrum für Flüchtlinge im Heidelberger Patrick-Henry-Village (PHV) besucht haben, war die Einrichtung des Landes noch mitten im Umbau und in einem Interimszustand. Knapp 200 Flüchtlinge konnten von den Mitarbeitern damals am Tag registriert werden. Spätestens Ende November soll der Ausbau der zentralen Einrichtung nun abgeschlossen sein, bei voller Kapazität können an insgesamt 40 modernen Schaltern dann bis zu 600 Flüchtlinge am Tag registriert werden.

Alle erforderlichen Maßnahmen gebündelt

Damit hat das Land eine Infrastruktur geschaffen, in der die erforderlichen Maßnahmen so gebündelt werden können, dass ein Asylantrag innerhalb von zwei Tagen gestellt werden kann. Bei der Registrierung werden zunächst die persönlichen Daten des Asylbewerber erfasst, als etwa Name, Geburtsdatum und Herkunft. An einer zweiten Station folgt die erkennungsdienstlichen Behandlung, bei der Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht werden, was wichtig ist, da sehr häufig kein Pass vorhanden ist. Alle betroffenen Ämter haben Zugriff auf diese Daten.

Entlastung der Kommunen

Nach der eigentlichen Registrierung ist eine umfangreiche medizinische Untersuchung vorgesehen. Unter anderem werden alle Flüchtlinge geröntgt, um etwa Tuberkulose erkennen zu können. Anschließend können sie ihren Antrag bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge vor Ort stellen. Dabei werden sie auch über Deutschland, die landestypische Kultur und Umgangsformen, über Rechte und Pflichten und auch über die freiwillige Ausreise informiert. Haben die Flüchtlinge eine gute Bleiberechtsperspektive, werden sie auf die Stadt- und Landkreise verteilt. Bei einer schlechten Bleiberechtsperspektive kommen die Menschen in eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Auf diesem Weg sollen die Kommunen entlastet werden.