Große ehrenamtliche Unterstützung bei der Frage nach Wohnraum

Immer mehr Ehrenamtliche helfen dabei, Flüchtlingen eine Bleibe für die erste Zeit nach Ihrer Ankunft zu geben und die akute Platznot zu lindern, die derzeit in nahezu allen Flüchtlingsunterkünften im Land herrscht. Manche vermitteln geeignete Unterkünfte, andere treten als Zwischenmieter auf oder stellen ihre Wohnung zur Verfügung.

Der Oberbürgermeister steht vor der Tür

Knapp 350 Menschen leben in Schwäbisch Gmünd derzeit in einer so genannten Anschlussunterbringung - Wohnungen, für die sie Miete bezahlen müssen. Zwei davon, ein junger Kameruner und ein Flüchtling aus Afghanistan, sind die neuen Mieter von Hildegard Marton, die mit gutem Beispiel vorangegangen ist. Sie hatte dem Amt für Familie und Soziales eine freistehende Wohnung in ihrem Haus gemeldet, angeklopft hatte daraufhin Oberbürgermeister Richard Arnold. Natürlich wollte das Stadtoberhaupt nicht selber einziehen, sondern vielmehr anfragen, ob sie ihre Wohnung auch an Flüchtlinge vermieten würde. Hildegard Marton hat spontan und aus Überzeugung „Ja“ gesagt und die Antwort nicht eine Sekunde bereut: das Zusammenleben im Hause Marton klappt wunderbar.

Kontakt Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd: siehe Kasten rechte Spalte

 

Kirchengemeinde als Zwischenmieter

Weil es Flüchtlinge aufgrund verschiedenster Vorbehalte unverhältnismäßig schwer haben, selbst eine Wohnung zu finden, engagiert sich auch die Kirchengemeinde Nürtingen auf besondere Weise. Die Gemeinde St. Johannes hat dabei ein Modell entwickelt, nach dem Kirchengemeinden als Zwischenmieter auftreten können, um den Vermietern Sicherheit zu garantieren und mögliche Ängste zu nehmen. Derzeit hat die Gemeinde drei Wohnungen vermietet und damit gute Erfahrungen gemacht. Da die Miete selbst vom Jobcenter übernommen wird, ist das finanzielle Risiko gering. Vor dem Einzug müssen allerdings diverse Fragen geklärt werden, etwa nach der Haftung und der Gestaltung des Mietvertrags. Umgesetzt werden kann das Modell nach den Erfahrungen der Kirchengemeinde Nürtingen nur mit der Hilfe Ehrenamtlicher, da die Untermieter Begleitung bei der Eingewöhnung brauchen.

Konakt Gemeinde St. Johannes: siehe Kasten rechte Spalte

 

Jugendamt Stuttgart sucht private Unterkünfte

Die Unterbringung von minderjährigen Kindern und Jugendlichen, die ohne Eltern oder andere Betreuungspersonen als Flüchtlinge in Deutschland ankommen, ist eine besondere Aufgabe für die Kommunen. Die Jugendämter kümmern sich um diese "unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge" und bekommen von den Kommunen für deren Unterbringung Notunterkünfte in betreuten Wohngruppen zugewiesen. Diese sind aber oft nicht ausreichend oder für eine längere Unterbringung nicht geeignet. Besonders in Stuttgart sind zu wenig geeignete Plätze vorhanden. Das Jugendamt Stuttgart sucht daher Menschen, die privaten Wohnraum für jugendliche Flüchtlinge vermieten wollen. Die Jugendlichen werden weiterhin vom Jugendamt betreut, die Vermieter stehen nicht in der Verantwortung. Über eine WG, die einen jungen Gambianer aufgenommen hat, berichtet die Stuttgarter Zeitung am 14. Oktober. (Artikel online lesen)

Wer sich vorstellen kann, an einen jungen Flüchtling zu vermieten, kann sich unter Telefon 0157 - 37744350 oder per E-Mail an soudabeh.ahmadifard-titze@stuttgart.de an das Jugendamt Stuttgart wenden.

 

Bürgerinitiative stellt eigene Pläne zurück

Die Feudenheimer Bürgerinitiative „Gestaltet Spinelli“ setzt sich dafür ein, dass Flüchtlinge in der Kaserne am Wingertsbuckel untergebracht werden können. Die Initiative hat für das zwischenzeitlich geräumte Areal schon vor einigen Jahren ein Konzept für ein „Lebendiges Quartier“ für Jung und Alt mit Wohnungen, Freizeiteinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten erarbeitet. Man werde diese mittelfristigen Pläne aber gerne zurückstellen, um den Flüchtlingen geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, schreibt die Initiative in einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und den Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz. Die Wohnungen der Kaserne seien mit Küche und Nasszelle ausgestattet, in sehr gutem Zustand und besser als Zelte geeignet, um Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten. Artikel im Mannheimer Morgen lesen

Kontakt Initiative "Gestaltet Spinelli": siehe Kasten rechte Spalte

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