Geschichten und Bilder von Geflüchteten

Foto: Freundeskreis Asyl Ostfildern

In der Volkshochschule Ostfildern ist vor wenigen Tagen  die Ausstellung „Angekommen – Geschichten und Bilder von Geflüchteten“ eröffnet worden. 18 junge Männer aus Afghanistan, Eritrea, Gambia, Kamerun und Togo setzen sich darin mit ihrer Geschichte und einer möglichen Zukunft in Deutschland auseinander. Die Idee dazu ist in einer Schreibwerkstatt für Geflüchtete entstanden.

Ernst, aber auch zuversichtlich schauen sie: 18 junge Männer aus Afghanistan, Eritrea, Gambia, Kamerun und Togo. Unter den Porträts finden sich Texte und Zeichnungen der Geflüchteten. Die Männer setzen sich mit ihrer Geschichte auseinander: Ich kann hier in Freiheit leben, habe keine Angst vor der Polizei, die Leute sind freundlich. Aber es ist keineswegs sicher, ob sie alle in Deutschland bleiben dürfen.

Zwischen Kindheitserinnerungen und Zukunftsplänen

Entstanden ist die Idee zur Ausstellung „Angekommen – Geschichten und Bilder von
Geflüchteten“ bei einer Schreibwerkstatt für Geflüchtete im Rahmen des ehrenamtlichen
Deutschunterrichts des Freundeskreises Asyl Ostfildern im Sommer 2017. Die Sprachkoordinatorin des Freundeskreises Gertrud Binder und ihre Kolleginnen wollten es den Männern ermöglichen, auch in den Ferien an der deutschen Sprache zu arbeiten und sowohl Kindheitserinnerungen als auch Zukunftspläne zu notieren und zu überdenken. Durch den Kontakt mit der Esslinger Künstlerin Heidi Graf entwickelte sich die Idee für die Porträtfotos.

Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Das Fotografieren und die Begeisterung der Lehrerinnen für die Arbeiten der Geflüchteten, die es gelernt haben, sich bei zum Teil geringer Schulbildung in einer fremden Schrift und Sprache auszudrücken, führten zu einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dies ist in den Arbeiten spürbar. Unterstützer, darunter die Abteilung Integration und Flüchtlingshilfe der Stadt Ostfildern, die Malteser, die Firma SprintEins, das ADDA-Studio sowie die Volkshochschule Ostfildern, haben spontan ihre Hilfe angeboten. So ist eine Ausstellung entstanden, die ein Beitrag sein soll, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie es um das Ankommen in einem anderen Land bestellt ist.

Als Wanderausstellung konzipiert

Ergänzt werden die Exponate von Bildern anderer Geflüchteter, die in einer Kunstwerkstatt unter Leitung von Daryousch Ranjbar entstanden sind. Die Kunstwerkstatt, ein landkreisweites Projekt, ist vom Programm „Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlinge“ gefördert worden. Die als Wanderaustellung geplante Schau ist seit dem 19. Februar bis Ende März in der Volkshochschule Ostfildern zu sehen. Im Anschluss daran zeigt das Unternehmen SprintEins in Stuttgart eine Auswahl der Arbeiten.