3. Forum Flüchtlingshilfe in Freiburg am 16.10.2015

Rund 80 Haupt- und Ehrenamtliche diskutierten beim dritten Flüchtlingshilfeforum am 16. Oktober 2015 über die Themen Wohnen und Arbeiten. Die Impulsvorträge und die verschiedenen Beispiele aus der Praxis in Baden-Württemberg kamen bei den Teilnehmenden gut an und lösten einen angeregten Austausch aus.

Alle Zuhörerinnen und Zuhörer waren sich einig, dass guter Wohnraum und angemessene Arbeitsmöglichkeiten ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Integration sind. „Deshalb hat Freiburg eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Wohnsituation zu verbessern“, berichtete Freiburgs Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, zuständig für Kultur, Integration, Soziales und Senioren. „Gerade die integrative Stadtteilplanung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Initiative, denn bei uns ist die Neugier größer als die Angst.“

Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, berichtete über ihren Besuch in Schweden Anfang Oktober, dem Land mit der höchsten Flüchtlingsquote im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in Europa. Eine wichtige Erkenntnis ihres Besuches sei, so Erler, dass die Integration in den Arbeitsmarkt auch in Schweden trotz vorbildlicher Ansätze viel Zeit brauche. Das mache das Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen umso wichtiger. Außerdem kündigte die Staatsrätin an, dass sie gemeinsam mit dem Städtetag, der Architektenkammer und verschiedenen Verbänden der Wohnungswirtschaft eine Plattform zur Vermittlung von privatem Wohnraum plane. Eine gute Vernetzung der Akteure sei wichtig, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern, bekräftigte auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Miteinander kommunizieren, sich vernetzen und voneinander lernen sind wichtige Eckpfeiler für dieses Forum.“

Nach einem Impulsvortrag von Nausikaa Schirilla von der Katholische Hochschule Freiburg zum Thema „Soziale Arbeit, Migration und Interkulturelle Kompetenz“ bot sich die Möglichkeit, in Kurzbeiträgen verschiedene Beispiele aus der Praxis kennenzulernen und den Präsentierenden Fragen zu stellen. So berichtete etwa Hans-Peter Reuter, stellvertretender Referatsleiter von Schwäbisch Gmünd, über die erfolgreiche Vermittlung von dezentralem Wohnraum in seiner Stadt. Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit in Freiburg stellten das Modellprojekt „Early Interventions“ vor, das der schnellen Arbeitsplatzvermittlung dient.

Abgerundet wurde der intensive Austausch durch eine Pause, die Zeit zum Vernetzen bot. Das Diskussionsformat „Fishbowl“, das schon beim 2. Forum auf regen Zuspruch gestoßen war, gab anschließend allen Teilnehmenden Gelegenheit mitzureden, Fragen zu stellen und ihre Ideen einzubringen. Angeregt diskutierten sie dabei Probleme und suchten gemeinsam nach Lösungen. Schließlich kündigte Staatsrätin Gisela Erler nach dem erfolgreichen Verlauf der Flüchtlingshilfeforen in Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg eine Fortsetzung für das nächste Jahr an. Die Teilnehmenden in Freiburg hatten dafür einen gemeinsamen Wunsch: Themen wie Interkulturelle Kompetenz, Gesundheit und Gesundheitsvorsorge, Versicherungsschutz sowie Bildung für Flüchtlinge sollten noch vertieft und diskutiert werden. (cg)

Fotos: Uli Regenscheit