Veranstaltungsreihe zu Religion und Terror im Literaturhaus

Veranstaltungsreihe zu Terror und Religion im LiteraturhausLog

Wie können wir in unserer Verschiedenheit des Aufwachsens, Glaubens und Weltdeutens zusammenleben, ohne dass unser Denken und Handeln allein der Sprache des Hasses und der Angst folgen, ohne dass wir uns gegenseitig töten? Dieser Frage geht das Literaturhaus Stuttgart in einer neuen Veranstaltungsreihe nach.

Von Mai bis September 2016 beleuchtet das Literaturhaus Stuttgart in einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe terroristische und kriegerische Gewalt und setzt sie ins Verhältnis zu literarischen Verarbeitungen, journalistischen Vermittlungen und wissenschaftlichen Positionen. Das Augenmerk der Reihe, die in Kooperation mit dem Fritz-Erler-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wird, richtet sich dabei besonders auf islamistischen Terrorismus, die Bedeutung der Religionen und Fragen nach Gesellschaftsentwürfen der Zukunft: Wie können wir zusammen leben?

Die Literatur soll dabei mit eigenen Mitteln Möglichkeitsräume, Graustufen und Zwischentöne entfalten. Sie kann zwar die Probleme der Welt nicht lösen, aber sie kann Widerhaken im Denken etablieren. Auch Journalismus und Wissenschaft können mit geschärftem Blick in ihren Untersuchungen und Berichterstattungen vorschnelle Antworten und Gewissheiten in Frage stellen. Welche Wirklichkeiten speisen sich ein in die Texte, welche Formen von Wahrheitserzählungen stellen diese erst her? Und was bedeutet das für eine Zukunft jenseits von Radikalisierung, von zunehmender Aushöhlung der Demokratie durch Angst?
 
Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht am 13. Mai eine Lesung mit Sabine Damir-Geilsdorf und  Nicolas HÚnin, der zu den kenntnisreichsten Nahostjournalisten Frankreichs gehört und zehn Monate lang Geisel des Islamischen Staats war. Sabine Damir-Geilsdorf ist Professorin für Islamwissenschaft an der Universität Köln und untersucht in ihrer Arbeit unter anderem die Bedeutung von Frauen in der Propaganda-Maschinerie des IS. Moderiert wird der Abend, der um 20 Uhr beginnt, vom Journalisten und ehemaligen ARD-Nahostkorrespondenten Jörg Armbruster.

Weitere Informationen und Tickets auf der Homepage des Literaturhauses Stuttgart