Migration aus historischer Perspektive

Die Evangelische Akademie Bad Boll lädt zu einer Tagung, bei der das Thema „Migrationsbewegungen und Flucht“ aus historischer Perspektive analysiert und diskutiert wird. Dabei sollen insbesondere auch Erkenntnisse für die nationale und kommunale Migrationsgestaltung sowie den aktuellen Umgang mit Flüchtlingen gewonnen werden.

Die Migration ist momentan das meist diskutierte Thema - nicht nur in der deutschen Gesellschaft, sondern auch auf europäischer Ebene. Dabei drehen sich die Debatten um ethische, religionsbezogene und kulturelle Probleme. Die Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll wählt nun einen anderen Zugang: Sie wird die wirtschaftlichen Veränderungen thematisieren, die mit dieser neuen Welle der Migration einhergehen. Gleichzeitig sollen auch die weithin vergessenen Erfahrungen jener Länder einbezogen werden, die mit der massiven Einwanderung zu Anfang des letzten Jahrhunderts verbunden waren.

Migrationsbewegungen sind keine neuen Prozesse, sie finden zyklisch immer wieder statt. Neu sind dabei nur die regionalen Ausgangspunkte und Ziele. Die betroffenen Länder sind damit unterschiedlich umgegangen. Die Studienleiter der Tagung wollen nun die Entwicklungen und Ansätze von ausgewählten Migrations- und Vertreibungsprozessen betrachten, vor allem was die Aufnahme der Migranten und Flüchtlingen angeht. Aus historische Perspektive müssen dabei mehrere Beispiele großer Migrationsbewegungen analysiert werden: Sowohl in Amerika als auch in Ozeanien wurden in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrere Millionen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten aufgenommen. Diskutiert werden sollen dabei verschiedene Fragen: Wie haben Politik und Wirtschaft dafür gesorgt, dass die Migranten in die Gesellschaft aufgenommen und eingegliedert wurden? Welche Strukturen und gesellschaftlichen Prozesse waren dafür nötig? Wie lange dauerte der Prozess der Eingliederung in die Gesellschaft?

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen sollen auf der Tagung die politischen und gesellschaftlichen Prozesse für die aktuellen Herausforderungen in Deutschland und Europa neu durchdacht und analysiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere auch die Frage, welche neuen Erkenntnisse sich aus diesen Prozessen für die nationale und kommunale Migrationsgestaltung und den Umgang mit Flüchtlingen ergeben.

12. - 13. Mai 2017, Migration aus historisch-wirtschaftlicher Perspektive

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